24. März 2015 Tiere

Achtung, Krötenwanderung!

Für sie werden sogar manche Straßen gesperrt: Mit den ersten warmen Frühlingstagen erwachen Amphibien wie Kröten, Frösche und Salamander aus ihrer Winterstarre und begeben sich auf Wanderschaft.

Das Ziel der Tiere sind die Gewässer, in denen sie selbst geboren wurden. Jahr für Jahr kehren die erwachsenen Tiere dorthin zurück, um ihre Eier abzulegen, den sogenannten Laich. Doch der Weg zu den Laichgewässern ist gefährlich, da die Tiere oft Straßen überqueren müssen.

Amphibien: im Wasser und an Land zuhause

Krötenpärchen paart sich
Wenn sich ein Krötenpärchen gefunden hat, wandert es gemeinsam zum Laichplatz. Dann trägt das Weibchen das Männchen huckepack! (Bild: Christian Fischer/ Wikimedia Commons/ CC BY-SA 3.0)

Die meisten Amphibien leben zeitweise im Wasser und zeitweise an Land. Bei den meisten Arten beginnt das Leben im Wasser, so zum Beispiel bei den Erdkröten. Sie legen Eier im Wasser ab, aus denen sich nach einigen Tagen Kaulquappen entwickeln. Nach zwei bis drei Monaten verwandeln sich die Kaulquappen und werden zu Landtieren. Erdkröten brauchen also Lebensraum im Wasser und an Land.

Oft ist dieser Lebensraum von Straßen zerschnitten. Neben den Erdkröten sind die Amphibienarten Feuersalamander, Grasfrösche und Springfrösche am meisten betroffen, da sie die weitesten Wege zurücklegen müssen. Je nach Verkehr kann es passieren, dass ein sehr großer Teil der Tier unterwegs überfahren wird. Wenn pro Minute nur ein Fahrzeug die Straße entlangfährt, schafft es nur eine von zehn Erdkröten ohne Hilfe auf die andere Straßenseite! Das haben Untersuchungen ergeben.

Sicher auf die andere Straßenseite

Krötenzäune an einer Bundesstraße
Helferinnen und Helfer sammeln die Amphibien an den Krötenzäunen ein. Sie bringen die Tiere sicher auf die andere Straßenseite. (Bild: Masteraah/ Wikimedia Commons/ CC BY-SA 3.0)

Damit die Tiere nicht überfahren werden, stellen Helferinnen und Helfer an vielen Straßenrändern Zäune auf. Das machen sie an jenen Abschnitten, die oft von den Amphibien überquert werden, zum Beispiel in direkter Nähe zu einem Gewässer. Die Zäune halten die Frösche, Kröten und Molche auf. Die Helferinnen und Helfer sammeln die Tiere dann mehrmals täglich ein und bringen sie auf die andere Straßenseite.

Manche Straßen werden sogar gesperrt – abends und nachts, wenn die Tiere unterwegs sind. An vielen Straßen werden spezielle Warnschilder aufgestellt. Autos sollten an diesen Stellen besonders langsam und vorsichtig fahren. Am besten ist es, während der Krötenwanderung einen Umweg zu fahren.

Du möchtest den Kröten und Fröschen auch beim Wandern helfen? Die Betreuung der Krötenzäune ist aufwändig, dabei wird jede helfende Hand gebraucht. Dafür brauchst Du keine Vorkenntnisse. Auf der Website des Naturschutzvereins NABU kannst Du nachschauen, wo es in Deiner Nähe Krötenzäune gibt. Dort findest Du auch Informationen über weitere Hilfsaktionen in Hessen.