11. Oktober 2016 Klimaschutz, Energie

Aufgebraucht: Was die Erde in einem Jahr verträgt

Rohstoffe wie Holz, Metallerze, Kohle und Öl, aber auch Pflanzen und Tiere als Nahrungsmittel: All das und mehr entnehmen die Menschen der Natur. Es ist mittlerweile so viel, dass sich die Erde nicht mehr schnell genug erholen kann. Schon im August 2016 war aufgebraucht, was die Erde in diesem Jahr verträgt.

Eine amerikanische Umweltschutzorganisation hat den "Earth Overshoot Day" ausgerufen. Das ist Englisch und bedeutet frei übersetzt "Welt-Überlastungstag". Dieser Tag mahnt: Ab heute sind alle Schätze der Natur für dieses Jahr aufgebraucht!

Im Jahr 2016 war der "Earth Overshoot Day" am 8. August – lange vor Jahresende! Die Menschen haben also zu schnell zu viel verbraucht. Das Datum wird für jedes Jahr neu ausgerechnet und liegt meist an einem anderen Tag. Seit es den "Earth Overshoot Day" gibt, hat sich das Datum immer weiter in den Sommer verschoben. Vor fast 20 Jahren lag das Datum noch auf dem 19. Dezember.

Mehr, als die Erde verträgt

Weltkugel mit Silhouette eines Menschen davor
Es müsste 1,6 Erden geben, um den Ressourcenbedarf der Menschen zu decken. (Bild: Michael Meyer/ flickr.com/ CC BY 2.0)

Die Menschen sind darauf angewiesen, was der Planet Erde zur Verfügung stellt. Dazu gehören zum Beispiel Rohstoffe, Böden, Wasser und Energie. Zusammengenommen nennt man dies "Ressourcen". Sie sind die Grundlage von allem. Zum Beispiel wachsen auf Böden Pflanzen, aus denen wir Lebensmittel herstellen. Oder sie dienen den Tieren als Weideflächen.

Bei den Ressourcen wird zwischen erneuerbaren und nicht erneuerbaren unterschieden. Zu den erneuerbaren Ressourcen zählen zum Beispiel Wald- und Fischbestände. Zwar fangen die Menschen Fische und sie fällen Bäume, aber der Bestand kann sich auch wieder erholen. Denn junge Fische oder Bäume können nachwachsen.

Doch der Verbrauch kann auch zu hoch sein, so dass sich die Bestände nicht wieder erholen können. Der Tropenwald beispielsweise wird in manchen Regionen komplett abgeholzt. Wenn Wald erhalten werden soll, darf nur eine begrenzte Zahl von Bäumen gefällt werden. Wenn erneuerbare Ressourcen so genutzt werden, dass sie auch in Zukunft erhalten bleiben, nennt man das "nachhaltig".

Endliche Ressourcen sind irgendwann aufgebraucht

Manche Ressourcen wachsen gar nicht nach – beziehungsweise erst in tausenden oder sogar Millionen von Jahren. Zu diesen nicht erneuerbaren Ressourcen zählen zum Beispiel Erdöl, Erdgas oder Kohle. Sie sind vor Millionen vor Jahren entstanden und lagern unter der Erdoberfläche. Die Vorräte werden irgendwann aufgebrauch sein. Diese Ressourcen werden deswegen auch als "endlich" bezeichnet.

Der "Welt-Überlastungstag" zeigt, wie stark die Menschen die Ressourcen "übernutzen", die auf der Erde zur Verfügung stehen. Oft wird das auch anders ausgedrückt: Es müsste 1,6 Erden geben, um den Bedarf der Menschen zu decken. Aber natürlich kann man die Erde nicht vergrößern. Das heißt, dass die Menschen anders wirtschaften und leben müssen. Zum Beispiel, indem sie sparsamer mit Ressourcen umgehen.