11. April 2017 Tiere, Landwirtschaft & Garten

Fotoserie: Tiere in der Landwirtschaft

Nutztiere versorgen uns mit Fleisch, Milch und Eiern. Wie leben die Tiere in den hessischen Ställen und auf den Höfen? Und was hat das mit dir zu tun?

Millionen Tiere leben in hessischen Ställen und auf Weiden – vor allem Rinder, Schweine und Hühner. Nur ein Teil von ihnen wird auf kleinen Bauernhöfen gehalten. Viele Betriebe halten heute viele Tiere. Dort kann es zum Beispiel tausende von Hühnern oder hunderte von Kühen geben. 

Für die Nutztierhaltung gibt es feste Regeln. Dazu zählt zum Beispiel, dass die Tiere ausreichend Platz haben und Auslauf bekommen. Diese Regeln sollen die Tiere schützen und ihre Gesundheit fördern. Denn das ist die Grundlage dafür, dass auch Lebensmittel wie Milch, Eier und Fleisch sicher sind. 

Tierschutzorganisationen kritisieren dennoch, dass in vielen Betrieben die Tiere nicht artgerecht gehalten werden. Artgerecht bedeutet, dass die natürlichen Bedürfnisse der Tiere ausreichend berücksichtigt werden.

Viele Höfe bemühen sich um besonders artgerechte Haltung. Haltungsverfahren mit mehr Platz für die Tiere gibt es beispielsweise auf Bio-Höfen, aber auch viele konventionelle Höfe kümmern sich um mehr Tierwohl. Auf Bio-Höfen ist vorgeschrieben, dass zum Beispiel Schweine im Stall fast doppelt so viel Platz haben – 1,3 Quadratmeter statt 0,75 Quadratmeter. 

Rinder

Rinder sind in der hessischen Landwirtschaft die wichtigsten Tiere. (Bild: RitaE/ pixabay.com/ Public Domain)

Rinder sind in der hessischen Landwirtschaft die wichtigsten Tiere. In Hessen leben insgesamt rund 450.000 Rinder! Sie werden meist entweder für die Milch- oder die Fleischproduktion gehalten. Dafür werden unterschiedliche Rassen gezüchtet. Milchkühe geben besonders viel Milch, pro Tag ungefähr 30 Liter. Für die Fleischerzeugung werden ebenfalls meist spezielle Rassen gehalten: Rinder, die bei der Mast besonders schnell zunehmen und eine gute Fleischqualität ergeben. Es gibt auch Rassen, die sich sowohl als Milchvieh als auch für die Mast eignen.

Rinder brauchen viel Platz, um sich zu bewegen. Außerdem legen Kühe öfter mal Pausen zum Ruhen oder Wiederkäuen ein und suchen sich dafür einen Platz zum Hinlegen – insgesamt ruhen sie fast 14 Stunden am Tag. Im Stall sollte es deswegen für die Tiere genug Liegefläche geben, die besonders bequem ist. 

Schweine

Sau mit Ferkeln
Das Schwein ist eins der ältesten Nutztiere in Deutschland. (Bild: rente42/ flickr.com/ Public Domain)

In Hessen leben rund 580.000 Schweine. Das Schwein ist eins der ältesten Nutztiere in Deutschland. Im Durchschnitt isst ein Mensch in Deutschland ungefähr 38 Kilogramm Schweinefleisch im Jahr. Im Vergleich zum Rind- oder Geflügelfleisch, von dem 9 Kilogramm beziehungsweise 12 Kilogramm verzehrt werden, liegt es damit weit vorne.

Schweine leben natürlicherweise in Gruppen zusammen. Sie mögen den Auslauf und lieben es, sich im Schlamm zu suhlen.

Geflügel

Hühner, Enten, Puten und Gänse: Das sind die Geflügelarten , die in Deutschland am meisten verbreitet sind. (Bild: tlemens/ pixabay.com/ Public Domain)

Hühner, Enten, Puten und Gänse – das sind die Geflügelarten, die in Deutschland am meisten verbreitet sind. Sie erzeugen Fleisch und Eier. 2015 wurden pro Person in einem Jahr ungefähr 233 Eier verbraucht – dazu zählen auch die, die verarbeitet werden, zum Beispiel in Kuchen. 

In der Hühnerhaltung gibt es große Unterschiede. Es gibt verschiedene Arten der Haltung: Bodenhaltung, Freilandhaltung und ökologische Haltung. 

Legehennen aus der sogenannten Bodenhaltung haben keinen Auslauf. Ihnen stehen 0,11 Quadratmeter pro Huhn im Stall zur Verfügung. Sie leben zum Teil auf mehreren Etagen übereinander und zu tausenden im Stall.

Eiercode

Wenn du wissen möchtest, aus welcher Haltung ein Hühnerei kommt, kannst du dich am Code auf der Eierschale orientieren. Was er bedeutet, kannst du hier nachlesen:

Freilandhaltung bedeutet, dass die Legehennen auch nach draußen können. Dort hat jedes Tier mindestens vier Quadratmeter für sich. Im Stall haben diese Tiere jedoch nicht mehr Platz als in der Bodenhaltung.

In der ökologischen Legehennenhaltung ist die Stallfläche größer, sie beträgt 0,16 Quadratmeter pro Huhn. Im Freien stehen ihnen ebenfalls 4 Quadratmeter zu.

Schafe und Ziegen

In Hessen leben rund 165.000 Schafe und fast 20.000 Ziegen. (Bild: Fährtenleser/ commons.wikimedia.org/ CC BY-SA 3.0)

In Hessen leben rund 165.000 Schafe und fast 20.000 Ziegen. Sie spielen eine wichtige Rolle für die Pflege von Weiden und Wiesen. Aber sie produzieren auch Milch, Fleisch oder auch Wolle. Im Vergleich zu Kühen geben Schafe und Ziegen jedoch viel weniger Milch. Sie kommen an einem Tag auf ungefähr zwei bis vier Liter.

Bienen

Nahaufnahme einer Biene
Auch Bienen sind wichtige Nutztiere. Sie bestäuben Pflanzen und sorgen dadurch dafür, dass sie Früchte tragen. (Bild: Acidpix/ flickr.com/ CC BY 2.0)

Auch Bienen sind sehr wichtige Nutztiere. Sie bestäuben Pflanzen und sorgen dadurch dafür, dass sie Früchte tragen. Das ist besonders wichtig für viele Obstbäume und Gemüsepflanzen. Honigbienen produzieren zudem Honig. Und der wird in Deutschland in großen Mengen verzehrt – über ein Kilogramm im Jahr pro Person.

Imker halten Honigbienen in Bienenstöcken. In Hessen gibt es 56.000 Bienenvölker und rund 10.000 Imkerinnen und Imker. Wichtig für alle Bienen ist, dass sie über das ganze Jahr möglichst viele und vielfältige Blüten in ihrer Umgebung finden, um Nektar und Pollen zu sammeln.

 

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