27. Oktober 2015 Tiere

Igel im Herbst richtig schützen

Die Temperaturen sinken, und immer noch sind Igel draußen unterwegs. Doch keine Sorge – nur die wenigsten Tiere brauchen Hilfe. Was Du zum Igel im Herbst wissen solltest, erklärt Dir ÖkoLeo.

Besonders oft sind Igel ab der Abenddämmerung zu sehen – und das auch noch im Spätherbst. Als Insektenfresser suchen sie in der Nacht nach Nahrung. Während die meisten Menschen bei ungemütlichem Herbstwetter lieber im Trockenen und Warmen bleiben, sind Igel draußen in ihrem Revier am besten aufgehoben.

Oft heißt es, dass man jungen Igeln helfen sollte, über den Winter zu kommen. Doch das heißt nicht, dass man sie nach drinnen bringen sollte!

Die meisten Igel sind in der freien Natur überlebensfähig. Nur wenn sie kurz vor Beginn des Winters deutlich unter 500g wiegen oder bei Dauerfrost und Schnee herumlaufen, benötigen sie menschliche Hilfe. Zunächst kannst Du – ohne das Tier einzusammeln – Futter anbieten. Stelle am besten abends ein Schälchen bereit. Als Futter geeignet ist Katzen- oder Hundedosenfutter oder ungewürztes Rührei. Bitte keine Milch!

 Der Igel steht unter Naturschutz

Igel gehören zu den Wildtieren. Sie stehen unter Naturschutz und dürfen deswegen nicht aus ihrem Lebensraum entnommen werden. Ihr Revier ist groß: Bei der Suche nach Nahrung können die Tiere einige Kilometer zurücklegen. Es ist normal, dass Igel bis Ende November unterwegs sind. Erst wenn die Temperaturen nachts und am Tag um null Grad liegen, wird es höchste Zeit für den Winterschlaf. Doch auch während der Winterzeit kommen Igel ab und zu hervor. Vor allem wenn es ein paar Tage lang besonders warm ist, wachen sie auf.

Nur in Ausnahmefällen helfen!

 Die beste Hilfe für Igel ist, ihnen einen guten Lebensraum zu bieten. Dazu zählen igelfreundliche Gärten mit viel Abwechslung, zum Beispiel durch Hecken, Sträucher und Wiesen. Und die Tiere brauchen Unterschlupfmöglichkeiten wie dichtes Gebüsch, trockene Hohlräume unter Holzstapeln oder Baumwurzeln. An trockenen und frostsicheren Plätzen verbringen die Tiere ihren Winterschlaf. Vorher fressen sie sich ihre Fettreserven an.

Wer weiß Rat?

Nur wenn Du einen offensichtlich kranken oder verletzten Igel findest, nimm ihn vorsichtig auf. Ziehe Dir vorher dicke Handschuhe an. Dann wende Dich an einen fachkundigen Tierarzt oder eine staatlich anerkannte Igelstation in Deiner Nähe. Die Adressen bekommst Du beim Regierungspräsidium in Kassel, Gießen oder Darmstadt. Oder Du fragst beim Veterinäramt nach. Das ist das Amt, das in Deinem Landkreis oder Deiner Stadt für den Tierschutz zuständig ist.

Falls Du allein oder mit Freunden einen Igel findest, sag zuerst Deinen Eltern Bescheid. Diese müssen nämlich wissen, dass man von dem Moment an, in dem man ein Tier aus der Natur entnimmt, die volle Verantwortung für das Lebewesen übernimmt! Dann muss man auch für anfallende Kosten aufkommen, wie zum Beispiel für den Tierarzt.

Viele interessante Einblicke in die Biologie, die Lebensweise oder auch das Verhalten dieser faszinierenden Tiere findest Du im Internet beispielsweise beim Verein Pro Igel. Dort gibt es auch eine Menge Tipps zum Umgang mit ihnen. Hier geht es zur Internetseite von Pro Igel:

www.pro-igel.de