13. Juni 2017 Wohnen & Bauen

Umweltfreundlich wohnen und bauen

Ein Grundstück, Baumaterialien, Energie zum Heizen: Gebäude haben große Auswirkungen auf die Umwelt. Welche Ideen gibt es für umweltfreundliches Bauen?

In Hessen leben knapp 6,2 Millionen Menschen, in weit über 400 Städten und Gemeinden. Sie alle brauchen Platz zum Wohnen und Arbeiten. Entsprechend viele Gebäude gibt es – zum Beispiel Wohnhäuser, Fabriken, Läden, Bürogebäude und Schulen.

Die vielen Gebäude haben große Auswirkungen auf die Umwelt. Städte und Dörfer brauchen Fläche und zerschneiden natürliche Lebensräume wie Waldgebiete. Für das Bauen werden große Mengen Materialien gebraucht. Und die Bewohnerinnen und Bewohner brauchen Energie, vor allem für die Heizung und warmes Wasser.

Grünflächen und andere unversiegelte Flächen sollten dagegen erhalten bleiben. Und auch Gebäude können begrünt werden, zum Beispiel ihre Dächer, Fassaden oder Terrassen.

Was ist das Problem am Flächenverbrauch?

Ein Dorf voller Häuser
So wie dieses Dorf sind viele Städte und Dörfer gewachsen. (Bild: catkin/ pixabay.com/ Public Domain)

Die sichtbarste Folge für die Umwelt ist: Wo Gebäude sind, ist weniger Platz für Natur. In Hessen haben Gebäude und zugehörige Flächen einen Anteil von acht Prozent. Zusammen mit Straßen und anderen Verkehrseinrichtungen haben Siedlungen einen Anteil von 15 Prozent – rund ein Siebtel der gesamten Fläche des Landes. 

Wo Gebäude sind, ist der Boden versiegelt. Das heißt zum Beispiel, dass dort kein Wasser versickert. Auf versiegelten Flächen wachsen auch keine Pflanzen. In großen Siedlungen herrscht darum ein besonders Klima: Es ist dort oft wärmer als auf naturbelassenen Flächen. Denn Pflanzen bieten Schatten, und verdunstendes Wasser sorgt für Kühlung. Bei Sommerhitze kann der Mangel von Grünflächen zum Problem für die Gesundheit werden, vor allem für ältere Menschen oder Kinder.

Bebaute Flächen bieten zudem kaum Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Für viele Arten sind sie ein unüberwindliches Hindernis. Häuser und Verkehrswege zerschneiden natürliche Lebensräume, viele Arten finden dadurch weniger Möglichkeiten, sich zu verbreiten.

Deshalb geht es beim umweltfreundlichen Bauen auch darum, Flächen zu "sparen". In vielen Städten werden neue Wohnungen zum Beispiel möglichst in Baulücken gebaut oder auf nicht mehr genutzten Firmengeländen. Manchmal ist es auch möglich, alte Gebäude zu modernisieren oder umzubauen. Das spart nicht nur Fläche, sondern auch Baumaterialien.

Was sind umweltfreundliche Baumaterialien?

Ein pflanzenbewachsenes Haus
Auch Wände und Dächer können zu Grünflächen werden. Das Foto zeigt das Haus am Quellenpark in Bad Soden am Taunus, entworfen von dem berühmten Architekten Friedensreich Hundertwasser. (Bild: Sapnho/ commons.wikimedia.org/ CC BY-SA 3.0)

Bauen ist aufwändig. Es werden viele Baumaterialien gebraucht, zum Beispiel Ziegelsteine, Beton und Mörtel, Dämmstoffe, Metall und Holz. Ob Sand für den Beton oder Holz für die Dachbalken: Die Rohstoffe für Baumaterialien werden der Natur entnommen. Und bei ihrer Verarbeitung und beim Transport zur Baustelle wird Energie benötigt.

Daher sollten die Baumaterialien möglichst sparsam genutzt werden und umweltverträglich sein. Für viele Zwecke können nachwachsende Rohstoffe genutzt werden, zum Beispiel Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder natürliche Dämmmaterialien aus Pflanzenfasern.

Schlaue Technik für energiesparende Gebäude

Altes Haus mit Solaranlage auf dem Dach
Dieses alte Fachwerkhaus hat eine neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Sie erzeugt aus Sonnenenergie Strom. Auch warmes Wasser kann aus Sonnenenergie gewonnen werden. (Bild: Túrelio/ commons.wikimedia.org/ CC BY-SA 3.0)

Wenn das Gebäude einmal fertig ist und genutzt wird, hat das Auswirkungen auf die Umwelt. Denn die Menschen darin benötigen Strom, warmes Wasser und eine Heizung. Je nachdem, wie ein Haus gebaut und ausgestattet wurde, kann das die Umwelt mehr oder weniger stark belasten.

Rund ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland wird für das Heizen und warmes Wasser in Gebäuden verwendet. Da in den meisten Häusern Öl- oder Gasheizungen eingebaut sind, entstehen dabei große Mengen des Treibhausgases CO2.

Es gibt aber bereits Häuser, die besonders klimafreundlich sind. Sie haben eine gute Wärmedämmung, sodass wenig Wärmeenergie nach außen entweicht. Oft nutzen sie auch die Energie der Sonne: Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach liefern Strom, und Solarkollektoren heizen Wasser auf.

Was können die Bewohnerinnen und Bewohner tun?

Auch die Bewohnerinnen und Bewohner können etwas dafür tun, um ihr Haus umweltverträglich auszustatten. Sie können es zum Beispiel mit umweltfreundlichen Farben, Bodenbelägen und Möbeln ausstatten.

Und sie können darauf achten, Energie zu sparen. Zum Beispiel durch richtiges Lüften und Heizen. Dazu gehört unter anderem das "Stoßlüften" im Winter: Für kurze Zeit werden die Fenster weit geöffnet. So strömt in kurzer Zeit frische Luft herein, und der Raum kühlt nicht zu stark aus. Außerdem müssen meist nicht alle Räume immer mollig warm sein. In selten genutzten Räumen kann die Temperatur etwas niedriger sein.

Natürlich gehören auch Gärten, Terrassen und Balkone dazu. Die sind zwar meist klein – aber auch kleine Beiträge helfen manchen Tier- und Pflanzenarten. Heimische Bäume und Sträucher, Unterholz und Laub- und Reisighaufen im Garten bieten Igeln und Vögeln Unterschlupf. Und selbst auf einem kleinen Balkon ist Platz für Kräuter und Wiesenblumen, die Nahrung für Bienen und Hummeln bieten.

 

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