11. Mai 2018 Tiere, Wetter & Jahreszeiten

Vogelstimmen: Hör mal, wer da unterwegs ist!

Im Frühling wird es wieder lauter in der Natur und in den Gärten. Vom Himmel und aus den Nestern quakt und trötet es. Erkennst du die Vogelstimmen? Bei ÖkoLeo kannst du hören, wie bekannte Vogelarten klingen.

Amsel

Amsel (Bild: Superscheeli/flickr.com/CC BY-SA 2.0)

Die Amsel ist in Deutschland die häufigste Vogelart. Aber könntest du sie an ihrem Gesang erkennen? Er klingt melodiös und volltönend – das bedeutet, die Amsel hat eine ziemlich kräftige, klingende Stimme. Heute kann man in fast jedem Garten hören, auch in Städten. Das war vor 150 Jahren noch anders: Denn damals waren Amseln eher scheue Waldvögel. Und wusstest du, dass nur die Männchen ein schwarzes Federkleid und einen gelben Schnabel tragen? Federn und Schnabel der Weibchen sind durchgängig bräunlich.

Stimme der Amsel (Bild: Timo Tschentscher/xeno-canto.org/CC BY-NC-SA 4.0)

Buntspecht

Buntspecht (Bild: Silkebaron/flickr.com/CC BY 2.0)

Buntspechte fallen auf – sowohl durch ihre Laute als auch ihre Federn. Wenn du einen Buntsprecht siehst, erkennst du ihn sofort an seinen schwarz-weiß-roten Federn. Und sicher hast du ihn schon einmal Trommeln gehört. Das Geräusch entsteht, wenn der Specht mit dem Schnabel gegen einen Baumstamm schlägt. Das passiert sehr schnell – der Specht schafft 10 bis 16 Schläge in etwa zwei Sekunden. Gelegentlich erkennt man Buntspechte auch an ihrem lauten "kix"-Ruf. Wer Buntspechte in seinem Garten haben möchte, sollte abgestorbene Äste nicht entfernen. Denn dort findet er seine Nahrung.

Ruf des Buntspechts (Bild: Sonnenburg/xeno-canto.org/CC BY-NC-SA 4.0)
Trommel-Laut des Buntspechts (Bild: Jarek Matusiak/xeno-canto.org/CC BY-NC-SA 4.0)

Rotkehlchen

Rotkehlchen (Bild: Jannis/flickr.com/CC BY-SA 2.0)

Der Gesang des Rotkehlchens ist schwer zu beschreiben und kann sehr unterschiedlich sein. Er besteht aus langen Folgen von Tönen, die meistens sehr hoch klingen. Vogelfachleute beschreiben den Gesang als "perlend". Hör ihn dir am besten selbst an! Draußen hört man ihn schon zur Morgendämmerung – wenn man im Grünen wohnt. Denn das Rotkehlchen wohnt meistens dort, wo es Deckung findet. Zum Beispiel in Wäldern, aber auch in dichten Büschen in Stadtparks oder in geschützten Mauerlöchern. Wenn du das Rotkehlchen sehen kannst, erkennt du es sofort an seiner rot gefärbten Brust.

Stimme des Rotkehlchens (Bild: Timo Tschentscher/xeno-canto.org/CC BY-NC-SA 4.0)

Rabenkrähe

(Bild: Capri23auto/pixabay.com/Public Domain)

Das Krächzen der Rabenkrähe kann man schon von weitem hören – und gut wiedererkennen. Die Federn von Rabenkrähen sind ganz schwarz, im Gegensatz zur Zwillingsart Nebelkrähe. Die sieht ähnlich aus, aber ihre Federn sind gräulich. Krähen fressen sehr viele verschiedene Dinge, unter anderem Aas – also tote Tiere – und Abfälle. Man sieht sie daher häufig in Städten und Dörfern in der Nähe von Abfalleimern.

Stimme der Rabenkrähe (Bild: Buhl Johannes/xeno-canto.org/CC BY-NC-SA 4.0)

Ringeltaube

Ringeltaube (Bild: Kaya_Fischer/pixabay.com/Public Domain )

"Ruhgu-ruguhu-guu!" Na, wer ist hier im Anflug? Diese Vogelstimme gehört zu den häufigsten, die man in Städten hört. Auch wenn du den Vogel siehst, erkennst du ihn sofort. Es ist die Ringeltaube. Auffällig sind ihre weißen Flecken auf Hals und Flügeln, ihr langer Schwanz und der kleine Kopf. Mit ihrem dumpfen, rhythmischen Gesang markiert sie ihr Revier. Ursprünglich lebte natürlich auch die Ringeltaube in natürlichen Lebensräumen. Doch viele Ringeltauben haben sich ganz auf das Leben in der Stadt eingestellt. Sie nisten nicht nur in Parks und Gärten, sondern auch Häuserwänden oder auf Dächern.

Stimme der Ringeltaube (Bild: Timo Tschentscher/xeno-canto.org/CC BY-NC-SA 4.0)

Kranich

Ein Kranich fliegt mit ausgebreiteten Flügeln.
(Bild: Marcus Horstbrink/ flickr.com/ CC BY-SA 2.0)

Der Ruf der Kraniche klingt oft wie ein „Tröten“. Häufig sind Kraniche schon zu hören, bevor du sie überhaupt am Himmel sehen kannst. Sie fliegen gemeinsam und bilden in der Luft die Form eines Keils. Das sieht dann aus wie ein großer Buchstabe „V“. Den Winter verbringen die meisten Kraniche in Frankreich und Spanien. Sie kehren ab Ende Februar beziehungsweise Anfang März nach Deutschland zurück. Mehr über die Kraniche kannst du hier bei ÖkoLeo nachlesen.

Ruf des Kranichs anhören.

Kuckuck

Der graue Vogel sitzt auf einem Ast.
(Bild: GabrielBuissart/ commons.wikimedia.org/ CC BA-SA 3.0)

Kuckuck – diesen Klang hörst du bestimmt schon, während du das Wort liest. Der Kuckuck hat seinen Namen seinem typischen Ruf zu verdanken. Der Kuckuck verbringt den Winter in Afrika und kehrt Mitte April zurück. Der Kuckuck ist auch bekannt dafür, dass er seine Eier in Nester anderer Vögel legt. ÖkoLeo hat hier bereits darüber berichtet.

Ruf des Kuckucks anhören.

Rauchschwalbe

Kleiner Vogel sitzt auf einem Stück Holz.
(Bild: NatureShutterburg/ flickr.com/ CC BY 2.0)

Der Ruf der Rauchschwalbe lässt es schon erahnen: Sie ist eher klein und zierlich. Am Klang der Schwalbe kannst du sogar hören, was die Rauchschwalbe mitteilen möchte. Meist zwitschert sie einen melodischen Gesang. Bei Gefahr wird daraus ein „zi-witt“ oder „biwist“ . Die Rauchschwalbe hat einen besonders weiten Weg hinter sich, wenn sie im April oder Mai zurückkehrt. Denn sie verbringt den Winter in Afrika.

Ruf der Rauchschwalbe anhören.

Weißstorch

Ein Storch steht in seinem Nest.
(Bild: Dornenwolf/ flickr.com/ CC BY 2.0)

Wenn du dich gefragt hast, warum man diesen Vogel manchmal auch "Klapperstorch" nennt, gibt dir dieses Geräusch die Antwort. Störche singen nicht, sie zwitschern auch nicht, sondern sie klappern. Dieses Klappern kannst du zum Beispiel hören, wenn sie Feinde vertreiben oder wenn sie andere Störche begrüßen. Auch Weißstörche ziehen sehr weit. Die meisten verbringen den Winter in Afrika. Einige bleiben aber auch im Südwesten Europas, in Spanien oder Portugal. Die ersten Rückkehrer kann man ab Februar beobachten. Die meisten Vögel kommen aber erst im März.

Ruf des Weißstorchs anhören.

Wildgänse

Graugänse bei der Rast
Graugänse bei der Rast (Bild: Daniel Ullrich/flickr.com/CC BY-SA 2.0)

Auch Wildgänse sind Zugvögel. Allerdings überwintern sie in Deutschland! Sie kommen aus Gegenden in Nordeuropa, in denen es noch viel kälter wird als bei uns. Viele Wildgänse überwintern in Südhessen, im sogenannten Hessischen Ried. Dort kann man verschiedene Gänsearten beobachten: Graugänse, Saatgänse oder Blässgänse. 

Warnrufe der Graugänse (Bild: Volker Arnold / www.xeno-canto.org / CC BY-NC-SA 3.0)

Vogelstimmenquiz

Teste dein Wissen beim Quiz vom NABU:

Die Stimmen von Kranich, Kuckuck, Rauchschwalbe und Weißstorch wurden von Prof. Dr. Hans-Heiner Bergmann aufgenommen. 

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