21. Juni 2016 Tiere

Wespen, Hummeln, Bienen: Wer ist wer?

Wespen, Hummeln, Bienen: Wer ist wer? Welche Art sticht? Wer erzeugt den Honig? Manchmal ist es gar nicht so einfach, die Unterschiede zu erkennen.

Wenn etwas Schwarz-Gelbes durch die Luft schwirrt, bricht im Freibad und auf Gartenterrassen oft Panik aus. Ist es eine Wespe? Oder sogar eine Hornisse? In jedem Fall solltest du Ruhe bewahren. Hier steht, warum:

Brummt besonders laut: die Hummel

Hummel Nahaufnahme
(Bild: Trounce/ wikimedia.org/ CC BY-SA 2.5)

Es gibt verschiedene Arten von Hummeln. Die meisten tragen einen schwarz-gelben Pelz. Wegen ihrer Farbe ähneln sie auf den ersten Blick Bienen oder Wespen. Doch Hummeln sind deutlich größer, und sie fliegen ganz gemütlich. Daran kann man sie gut erkennen.

Wenn eine Hummel über die Picknickdecke schwirrt, taucht oft die Frage auf: Können Hummeln stechen? Ja, die Weibchen können stechen. Doch normalerweise interessieren sie sich überhaupt nicht für Menschen. Im Gegensatz zu Wespen haben sie es auch nicht auf dein Picknick abgesehen, daher sind sie meist schnell wieder verschwunden. Hummeln zählen zu den Bestäubern und fliegen von Blüte zu Blüte. Man sieht sie recht häufig, weil sie auch auf gemähten Wiesen unterwegs sein können. Dort gibt es oft Kleeblüten.

Was Wespen mögen

Nahaufnahme einer Wespe
(Bild: Briangatwicke/ flickr.com/ CC BY 2.0)

Wespen sind vermutlich der Hauptgrund, warum viele Menschen sich vor schwarz-gelben Insekten fürchten. Denn im Gegensatz zu Hummeln oder Bienen kommen sie Menschen häufiger in die Quere. Der Grund ist, dass Wespen vieles mögen, was auch Menschen essen. Vor allem werden sie von Süßem angezogen – zum Beispiel Saft, Kuchen oder Eis. Aber es kann auch vorkommen, dass sie Grillwürstchen oder Steaks ansteuern. Denn Wespen fressen auch Fleisch.

Häufig werden Wespen mit Bienen verwechselt. Wespen sind jedoch kleiner und schlanker als Bienen und haben keine Haare. Außerdem sind sie im Flug beweglicher als eine Biene.

Wenn du dich umhörst, wer schon von Bienen oder Wespen gestochen wurde, wirst du vermutlich mehr Berichte über Wespenstiche hören als über Bienen- oder gar Hornissenstiche. Das liegt daran, dass sich Menschen und Wespen häufig auf engem Raum begegnen. Wenn sich die Insekten in dieser Situation bedroht fühlen, stechen sie zu. Am besten bewahrst du vor allem Ruhe, wenn eine Wespe um dich herumschwirrt. Und schau genau hin, wenn du im Sommer draußen etwas isst. Süße Getränke solltest du abdecken.

Solltest du dennoch gestochen werden, ist das normalerweise nicht gefährlich. Jedoch können Stiche im Bereich der Atemwege eine Gefahr darstellen. Denn der Stich schwillt an und kann so zu Atemnot führen. Und Menschen mit einer Allergie gegen Insektenstiche sind gefährdet! Wer von einer Allergie weiß, sollte zur Sicherheit immer ein Gegenmittel dabei haben.

Auch wenn sie bei Menschen eher unbeliebt sind, erfüllen Wespen in der Natur eine wichtige Rolle. Sie helfen zum Beispiel, Aas zu beseitigen. Und sie fangen viele andere Insekten, wie zum Beispiel Fliegen, Käferlarven oder Blattläuse. Das ist eine große Hilfe für Landwirte und Gartenbesitzer.

Das kleinste Haustier der Welt: die Honigbiene

Nahaufnahme einer Biene
(Bild: Acidpix/ flickr.com/ CC BY 2.0)

Die Honigbiene ist die wohl bekannteste Bienenart bei uns. Neben den Honigbienen gibt es allerdings noch mehrere hundert Wildbienenarten in Deutschland. Imker halten und pflegen Honigbienenvölker in sogenannten Bienenstöcken, um Honig zu gewinnen. Teilweise werden sie auch gezielt eingesetzt, um Obstblüten zu bestäuben. Ein Bienenvolk kann an einem Tag ungefähr drei Millionen Obstblüten bestäuben!

Bienen sind wie Hummeln behaart, aber nicht so stark. Außerdem sind sie deutlich kleiner als Hummeln. Im Vergleich zu Wespen wirkt der Körperbau von Bienen plumper, und sie fliegen behäbiger.

Bienen können stechen, und ihr Stich kann für Menschen sehr unangenehm sein. Wie bei der Wespe gilt, dass der Stich normalerweise nicht gefährlich ist. Doch Achtung: Auch Bienenstiche sind eine Gefahr, wenn man dagegen allergisch ist oder wenn sie die Atemwege treffen.

Genau wie Wespen stechen Bienen nur, wenn sie sich verteidigen wollen. Das kommt weniger oft vor, weil Bienen normalerweise nur Blüten ansteuern – und nicht die Lebensmittel auf der Picknickdecke.

Die Flugkünstler: Schwebfliegen

Nahaufnahme Schwebfliege
Das schwarz-gelbe Muster sieht gefährlich aus, ist aber nur ein Trick: Schwebfliegen können nicht stechen. (Bild: Kuhnmi/ flickr.com/ CC BY 2.0)

Schwebfliegen wirken wegen ihrer schwarz-gelben Musterung auf den ersten Blick gefährlich und werden oft mit Wespen verwechselt. Sie „tarnen“ sich allerdings nur und können weder stechen noch beißen!

Es gibt viele verschiedene Schwebfliegenarten, die unterschiedlich groß werden. Einige sind fast so groß wie Wespen und Bienen. Du kannst Schwebfliegen gut an ihrem Flugverhalten erkennen: Sie sind sehr schnell und bewegen sich häufig etwas „ruckartig“. Für einige Momente schweben sie still in der Luft, um anschließend blitzartig los zu sausen. Wenn es dir gelingt, sie in Ruhe zu beobachten, kannst du sie auch an ihren Flügeln erkennen. Sie haben im Gegensatz zu Wespen und Bienen nur zwei, so wie alle Fliegenarten.

Hornissen: die seltenen Verwandten der Wespen

Nahaufnahme einer Hornisse
(Bild: Aah-Yeah/ flickr.com/ CC BY 2.0)

Wenn von Insektenstichen die Rede ist, werden häufig auch Hornissen erwähnt. Viele Menschen halten sie für besonders gefährlich. Das stimmt jedoch nicht. Hornissengift ist nicht giftiger als das von Bienen oder Wespen. Wegen der Art des Giftes und des größeren Stachels kann ein Stich jedoch als schmerzhafter empfunden werden.

Wie bei Wespen und Bienen stechen Hornissen aber nur zu, wenn sie sich bedroht fühlen! Sie greifen niemals grundlos an.

Hornissen sind zudem sehr selten geworden. Wenn dir eine begegnet, wirst du sie erkennen: Hornissen sind eine Wespenart und sehen ähnlich aus wie Wespen. Sie sind allerdings doppelt so groß!