05. Dezember 2016 Klimaschutz

Wie der Mensch das Klima verändert

Wie ist es zum Klimawandel gekommen, und wie können wir das Klima schützen?

Vor langer Zeit, bevor es Menschen gab, hat es in Hessen ganz anders ausgesehen als heute. Bei Darmstadt wurden zum Beispiel versteinerte Reste von Ameisenbären gefunden. Auch heute gibt es auf der Welt Ameisenbären, aber sie leben in feuchtwarmen Sumpfwäldern in Südamerika. Und im Odenwald lebten einmal Mammuts. Die pelzigen Tiere ähnelten den heutigen Elefanten. Sie brauchten einen sehr kalten Lebensraum.

Diese Funde zeigen, dass sich das Klima auf der Erde immer wieder verändert hat. Mal war es kälter als heute, mal wärmer. Das zeigen nicht nur die versteinerten Tiere, sondern auch viele andere Ergebnisse aus der Forschung. Die Beispiele der Ameisenbären und Mammuts zeigen auch: Wenn sich das Klima ändert, können sich die Lebensbedingungen in der Natur sehr stark verändern.

Klimawandel – von Menschen gemacht

Die Forschung verdeutlicht, dass sich das Klima auch heute weiter verändert. Doch etwas ist anders als zu Zeiten der Mammuts. Dieses Mal kommen die Veränderungen nicht durch das natürliche Auf und Ab des Klimas, sondern gehen auf das Handeln von uns Menschen zurück. Denn die Menschen haben eine große Menge sogenannter Treibhausgase in die Lufthülle der Erde geblasen. Dazu später mehr.

Wenn vom Klimawandel die Rede ist, versteht man darunter die Veränderungen des Klimas, die vom Menschen verursacht wurden. Fachleute sprechen auch von anthropogenen Klimaänderungen. Das Wort anthropogen geht auf das Lateinische zurück und bedeutet: "von Menschen gemacht".

Worum geht es bei den Veränderungen? Forscherinnen und Forscher haben beobachtet, dass sich die Atmosphäre der Erde erwärmt. Die Atmosphäre ist die Lufthülle, die unseren Planeten umgibt. Manchmal wird auch von der "Erderwärmung" gesprochen. Doch das ist nicht ganz korrekt. Genauer gesagt, steigt die durchschnittliche Temperatur der untersten Luftschicht nah am Boden. In Hessen zum Beispiel ist dieser Mittelwert von 1951 bis 2010 um 1,3 Grad gestiegen.

Was Treibhausgase bewirken

Zeichnung zum Treibhauseffekt: Ein Teil der Sonnenwärme wird von der Atmosphäre zurückgehalten.
Der Treibhauseffekt: Ein Teil der Sonnenwärme wird von der Atmosphäre zurückgehalten. (Bild: J. Lenz/ Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie)

Auslöser für die Erwärmung ist, dass der Anteil von Treibhausgasen in der Luft steigt. Das verstärkt den sogenannten Treibhauseffekt. Diesen Effekt gibt es von Natur aus, und ohne ihn wäre gar kein Leben auf der Erde möglich – denn es wäre zu kalt auf unserem Planeten.

Der Treibhauseffekt funktioniert so: Die Sonne sendet mir ihrer Strahlung Energie zur Erde und erwärmt sie. Ein Teil der Energie wird von der Oberfläche reflektiert. Sie würde wieder ins Weltall abgegeben, doch die Atmosphäre der Erde wirkt wie das Dach eines Treibhauses. Sie hält die Wärme zurück. Das bewirken die Treibhausgase in der Atmosphäre, zum Beispiel Kohlendioxid (C02) oder Methan.

Wie ist es zum Klimawandel gekommen?

Das Problem ist, dass der Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre ansteigt. Das gilt besonders für das Treibhausgas CO2. Es ist zum Beispiel in Kohle, Erdgas und Erdöl gespeichert. Wenn diese Rohstoffe verbrannt werden, gelangt das CO2 in die Luft.

Vor rund 200 Jahren begannen die Menschen, riesige Mengen Kohle, Erdgas und Erdöl zu verbrennen. Denn zu dieser Zeit begann die Industrialisierung. In Westeuropa und in Nordamerika wurden innerhalb kurzer Zeit viele Fabriken gebaut, deren Maschinen Brennstoffe brauchten. Auch für Eisenbahnen wurde Kohle gebraucht. Ungefähr ab dem Jahr 1900 kamen Autos und Lastwagen hinzu, die mit Benzin und Diesel betrieben werden. Diese Treibstoffe werden aus Erdöl gewonnen. Auch Strom wurde vor allem mithilfe von Kohle erzeugt.

Seit Beginn der Industrialisierung sind weltweit immer mehr Fabriken, Autos und Kraftwerke hinzugekommen. Im Vergleich zur der Zeit davor ist der CO2-Anteil in der Atmosphäre stark gestiegen. Der Anstieg beträgt 35 Prozent. Auf diese Weise verstärken die Menschen den natürlichen Treibhauseffekt.

Welche Folgen hat der Klimawandel?

Klima ist nicht Wetter! Mehr zum Klimawandel und die Folgen für unser Wetter kannst du hier lesen:

Der Klimawandel ist gefährlich, denn er hat Folgen für die gesamte Umwelt. Für Menschen spürbar sind vor allem Veränderungen des Wetters. Zwar kann man nicht sagen, dass ein bestimmter Regenschauer oder ein besonders heißer Tag mit dem Klimawandel zusammenhängen. Denn das Wetter verändert sich von Tag zu Tag. Und es kann sich von Ort zu Ort stark unterscheiden.

Aber durch den Klimawandel ändern sich die Bedingungen dafür, welches Wetter entstehen kann. In Hessen zum Beispiel führt das dazu, dass es im Sommer häufiger heiß und trocken wird. Im Winter ist es seltener sehr kalt als früher. Es kann häufiger zu extremen Wetterereignissen kommen, zum Beispiel zu Hitzewellen oder Starkregen.

Die Veränderungen sind gut an den Jahreszeiten zu erkennen. Fachleute haben festgestellt, dass Frühling und Sommer immer früher beginnen. Das bedeutet: Es verschieben sich Abläufe in der Natur, die für diese Jahreszeiten typisch sind. Zum Beispiel blühen Apfelbäume meist zu einem früheren Zeitpunkt im Jahr als vor wenigen Jahrzehnten.

Wer ist von den Folgen betroffen?

Obstblüte mit Biene.
Obstblüte: Durch den Klimawandel verschieben sich Abläufe in der Natur. (Bild: Rainer Stropek/ flickr.com/ CC BY 2.0)

Die Folgen des Klimawandels bringen in der Natur einiges durcheinander. Menschen, Tiere und Pflanzen weltweit sind davon betroffen. Ökosysteme und Nahrungsketten können ihr Gleichgewicht verlieren und funktionieren nicht mehr richtig, wenn sich das Klima verändert. Und auch extreme Wetterereignisse richten große Schäden an.

Ein großes Problem ist, dass der Meeresspiegel steigt. Der Klimawandel führt dazu, dass Gletscher und das Festlandeis in der Antarktis schmelzen. Außerdem wird das Meerwasser immer wärmer und dehnt sich aus. Dadurch müssen in manchen Regionen der Welt Menschen ihre Heimat verlassen. Zum Beispiel die Bewohner des Inselstaats Tuvalu im Pazifik. Denn die Inseln sind so flach, dass sie nach und nach überflutet werden.

In Hessen sind die Auswirkungen des Klimawandels nicht so dramatisch wie in anderen Gegenden der Welt, aber auch hier gibt es Probleme. Zum Beispiel in der Landwirtschaft. Wird es am Anfang des Jahres früher warm, blühen viele Pflanzen auch eher, zum Beispiel Apfelbäume. Je früher im Jahr, desto eher kann es dann noch zu Frost kommen. Das schadet den Blüten und dem gesamten Baum.

Hitze und Trockenheit können ebenfalls Schaden in der Landwirtschaft anrichten. Sie können auch für die Menschen ein Problem sein, vor allem in großen Städten. Diese heizen sich im Sommer besonders stark auf. Auch Starkregen kann dort großen Schaden anrichten.

Was können wir gegen den Klimawandel machen?

Hessen entwickelt einen Klimaschutzplan. Er beschreibt, wie Unternehmen, Politik, aber auch private Haushalte das Klima schützen können. Außerdem enthält er Maßnahmen für die Anpassung an den Klimawandel. Denn manche seiner Folgen sind nicht mehr vermeidbar. ÖkoLeo hat bereits über den Klimaschutzplan berichtet:

Der Klimawandel ist nicht mehr zu stoppen. Aber er kann verlangsamt und begrenzt werden, und dazu kann jeder und jede einen Teil beitragen. Zum Beispiel dadurch, auf kurzen Strecken zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren statt mit dem Auto. Man kann auch Energie sparen, indem man das Licht in den Räumen ausmacht, in denen man sich nicht befindet oder die Heizung dort etwas herunter dreht. Wichtig ist, den Ausstoß von CO2 zu verringern. Dabei hilft der Umstieg auf erneuerbare Energien wie Wind- und Sonnenenergie, Energie aus Wasserkraft oder Biogas. Besonders klimaschädlich ist dagegen Energie aus fossilen Rohstoffen wie Kohle oder Erdöl.

Viele verschiedene Ideen für die Anpassung an den Klimawandel gibt es schon, einige werden bereits ausprobiert. Zum Beispiel in der Landwirtschaft. Dort können Pflanzen angebaut werden, denen Wärme und Trockenheit weniger ausmachen. Auch schlaue Bewässerungssysteme können helfen. Sie versorgen Pflanzen mit genau der richtigen Menge Wasser, wenn im Sommer weniger Regen fällt und die Wasservorräte knapp werden sollten.

In Städten können mehr Grünflächen helfen. Bei großer Hitze sorgen sie für kühlere Luft. Außerdem kann dort bei Starkregen das Wasser versickern. Das bietet Schutz vor Überflutungen.