ökoLeo | Fleißige Bienen: im Schulgarten
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Aus erster Hand
Fleißige Bienen: im Schulgarten
Fünf Bienenvölker sind der ganze Stolz der Bienen-AG in der Käthe-Kollwitz-Schule Langenselbold. Das ist eine integrierte Gesamtschule im Main-Kinzig-Kreis. Hier erledigen die Schülerinnen und Schüler all das, was auch ein Imker zu tun hat. Und am Ende steht eine leckere Belohnung auf dem Tisch: der eigene Honig.
Die Wabe ist mit einer Wachsschicht versehen. Jetzt ist der Honig reif.
Bienenvölker auf dem eigenen Schulgelände? Wer will denn schon gestochen werden? Die Schülerinnen und Schüler der Bienen-AG haben keine Angst vor Bienen. Auch wenn sie ab und zu einen Stich einkassieren müssen, sind sie begeistert von diesem Projekt. Schülerin Christina aus der 5. Klasse sagt warum: „Hier erfahren wir alles über Bienen. Wir kümmern uns um die Bienenvölker und sehen wie die Bienen Honig machen.“
Der Lehrbienenstand mit fünf Bienenvölkern steht im so genannten grünen Klassenzimmer. Gemeint ist damit der Schulgarten. Hier gibt es außerdem einen Teich, ein Moorbecken, eine Natursteinmauer und Obstbäume. Diesen Schulgarten hat der Lehrer für Arbeitslehre Uwe Sommerfeld mit den Schülern im Laufe der Jahre selber angelegt. Aber wie kommen die Bienen hierher?
Die Schüler entfernen die Wachsschicht. Man sagt dazu "entdeckeln".
Uwe Sommerfeld erinnert sich: “Als wir unseren Schulgarten vor neun Jahren feierlich eingeweiht hatten, hatte der Vorsitzende vom Imkerverein eine gute Idee: Das ist ein idealer Platz für Bienen!“ Man muss wissen: Für die Pflanzenwelt sähe es ohne Bienen ganz schön trist aus. Denn jedes Mal, wenn eine Biene von einer Blüte zur nächsten fliegt und nach Nektar sucht, überträgt sie „ganz nebenbei“ Pollen auf die Blüte. Dabei wird die Blüte bestäubt. Nur so entstehen die Früchte an den Pflanzen wie leckere Erdbeeren, Kirschen oder Äpfel.
Für Uwe Sommerfeld war es wichtig, dass die Schüler durch die Bienen-AG die Natur bewusster erleben. Mit zwei Bienenvölkern legten die Schüler los. Das ganze Zubehör konnten sie vom Imkerverein leihen. Hier bekamen sie auch viele Tipps, worauf sie bei der Arbeit mit den Bienen achten müssen. Nach und nach kaufte die Schule dann die nötigen Geräte.
Für die Bienen im Einsatz
Jetzt wird der Honig geschleudert. Dadurch löst sich der Honig aus den Waben.
Jeden Donnerstagnachmittag treffen sich zehn Schüler der Bienen-AG mit Uwe Sommerfeld. Wenn es von April bis Juli in den Bienenstöcken besonders munter zugeht, ist auch für die Schüler am meisten zu tun. Mit Schutzanzügen bekleidet nehmen die Schüler die Waben aus dem Bienenstock heraus und prüfen, wie weit die Bienen mit ihrer Arbeit sind.
Christina erklärt: „Im Frühling sammeln die Bienen den Nektar aus vielen Blüten und geben ihn in die Honigwaben. Hier muss der Honig reifen. Wenn er reif genug ist, versehen die Bienen die Waben mit einer Wachsschicht. Das ist für uns das Zeichen, dass wir die Wachsschicht entfernen können. Dann schleudern wir den Honig, sieben ihn und füllen ihn in Gläser ab.“ Von einem einzigen Bienenvolk ernten die Schüler im Jahr etwa 15 Kilogramm Honig. Das ergibt etwa 30 Gläser.
Die Bienenhaltung der Käthe-Kollwitz-Schule Langenselbold passt prima in das hessische Programm "Ökologisch orientierte Schule", an dem sich diese Schule seit vielen Jahren beteiligt.
Von August bis Januar ist bei den Bienenvölkern nicht so viel zu tun. „In dieser Zeit lernen wir zum Beispiel, wie die Bienen leben, welche Organe sie haben und woraus Honig besteht“, berichtet Christina. Die fleißigen Insekten sind ihr Hobby geworden. Zu Hause hat sie sogar ein eigenes Bienenvolk.
Zusammen mit ihrer Mutter, die vier Völker besitzt, hat sie auch an Honiglehrgängen teilgenommen. „Da war ich mit Abstand die Jüngste“, schmunzelt Christina. Sie hat sogar den Abschlusstest bestanden und ist Mitglied im Deutschen Imkerbund. „Jetzt darf ich meinen eigenen Honig verkaufen“, ist Christina stolz. Die Schüler-AG verkauft ihr süßes Naturprodukt nur in der Schule. Hier geht der weg wie warme Semmeln, das Glas für 4,00 Euro. Der Erlös kommt dem Schulgarten wieder zugute.
Wusstest Du,
dass in einem Bienenvolk je nach Jahreszeit zwischen 10.000 und 40.000 Bienen leben?
dass die Deutschen Weltmeister im Honigessen sind? Etwa 1,4 kg werden pro Nase im Jahr vernascht. Das sind fast drei Honig-Gläser voll.
dass nur ein Viertel des Honigverbrauchs aus Deutschland stammt? Der Rest kommt aus dem Ausland.
Hedda Thielking, Bilder: Käthe-Kollwitz-Schule Langenselbold



