ökoLeo | Klima: Was ist das eigentlich?

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Klar elementar

Klima: Was ist das eigentlich?

"Klima" ist zurzeit sicherlich eines der meist gebrauchten Wörter. Auch in zahlreichen Kombinationen: Klimawandel, Klimaschutz, Klimakonferenz, Klimakiller und so weiter und so fort. Jeden Tag fällt in den Medien, sei es im Fernsehen, Radio oder in den Zeitungen, das Wort "Klima". Doch was ist das eigentlich, das Klima? Wenn man davon spricht, sollte man auch wissen, worum es sich beim Klima handelt.

Wolken

Bild: NOAA
Die Bewölkung ist ein Wetterelement.

Dass viele Leute nicht so recht wissen was Klima ist, zeigt sich schon darin, dass Klima oft mit Wetter verwechselt wird. Unter dem Begriff Wetter wird in der Meteorologie der augenblickliche Zustand der Atmosphäre über einem bestimmten Ort verstanden. Dieser Zustand der Atmosphäre wird durch das Zusammenspiel der so genannten Wetterelemente bestimmt.

Zu den Wetterelementen gehören: Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonnenstrahlung, Bewölkung, Windstärke und Windrichtung. Die genannten Wetterelemente sind zugleich auch Klimaelemente. Soweit alles klar? Vermutlich sonnenklar.

Klima - eine langfristige Sache
Blüten

Bild: Alexander Stahr
Erst wenn in einer bestimmten Gegend aufgrund regelmäßig auftretender Spätfröste während der Blütezeit von Apfelbäumen ein lohnender Anbau nicht möglich ist, kann man von davon sprechen, dass das Klima nicht für den Anbau von Obst geeignet ist.

Anders als beim Wetter, das sich sogar stündlich ändern kann, sind Änderungen des Klimas eine langfristige Sache. Denn Klima ist durch den mittleren Zustand der Atmosphäre über einen längeren Zeitraum an einer beliebigen Stelle der Erdoberfläche gekennzeichnet. An dieser Stelle sind alle Wetterereignisse möglich, die über diesen längeren Zeitraum festgestellt beziehungsweise gemessen wurden.

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Alles klar?

Zu den Wetterelementen gehören: Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonnenstrahlung, Bewölkung, Windstärke und Windrichtung. Die genannten Wetterelemente sind zugleich auch Klimaelemente. Soweit alles klar? Vermutlich sonnenklar.

Es gibt noch einen Unterschied zum Wetter. Das Klima wird nicht nur durch die Wetter- oder Klimaelemente bestimmt, sondern zusätzlich auch durch die Breitenlage, die Höhenlage, den Verlauf von Tälern, der Lage zum Meer und zu Meeresströmungen, der Himmelsrichtung, der Bodenbedeckung mit Pflanzen und zum Beispiel durch die Dichte der Besiedlung. Diese Dinge bezeichnet man als Klimafaktoren.

Bild

Bild: Gudo Knabjohann/Alexander Stahr
Vor mehr als 40 Millionen Jahren herrschte in Hessen ein tropisches Klima. Aus dieser Zeit fand man Krokodile in der Grube Messel bei Darmstadt.

Auch wenn das Wetter extreme Formen annimmt, kann man daraus keine Aussagen über das Klima machen. Wenn beispielsweise in einer Spätfrostnacht im Frühjahr die Blüten am Apfelbaum erfrieren, dann ist das eine Folge des Wetters. Erst wenn in einer bestimmten Gegend aufgrund regelmäßig auftretender Spätfröste während der Blütezeit ein lohnender Anbau von Obst nicht möglich ist, kann man von davon sprechen, dass das Klima nicht für den Anbau von Obst geeignet ist.

Klima ist nicht Klima

Es gibt sehr viele Arten von Klima. Grundsätzlich unterscheiden die Klimaforscher, die Klimatologen genannt werden, drei Formen des Klimas: das Kleinklima, auch Mikroklima genannt, das Mittelklima auch als Mesoklima bezeichnet und das Großklima, wie sollte es anders sein, Makroklima genannt. Vielleicht kannst Du Dir schon die Unterschiede denken.

Eiszeit

Bild: Klaus-Dieter Friedrich
Dem warmen Klima folgte das Eiszeitalter, in dem wir immer noch leben.

Nun, das Kleinklima umfasst eine Fläche von wenigen Metern bis einigen Kilometern. So kann beispielsweise ein Talkessel oder eine Wiese ein ganz bestimmtes Klima aufweisen, welches es drei Kilometer weiter nicht mehr gibt.

Das Mittelklima kann sich auf Gebiete erstrecken, die eine Ausdehnung von mehreren hundert Kilometern haben. Das kann eine bestimmte Landschaft oder sogar ein ganzes Land sein.

Das Großklima bezieht sich auf weltweite Zusammenhänge und wird in Klimazonen unterteilt. So gibt es die polare Klimazone, die kalte Zone, die gemäßigte Zone, die subtropische Zone und die tropische Zone. Hessen liegt zum Beispiel in der gemäßigten Zone. Diese großen Klimazonen werden nochmals unterteilt. Daher herrscht etwa in der gemäßigten Zone ozeanisches Klima, kontinentales Klima, winterkaltes Steppenklima und winterkaltes Wüstenklima. Hessen hat kontinentales Klima.

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Eiszeit – Warmzeit

Von 2,6 Millionen bis 10.000 Jahren vor heute wechselten sich im Zeitalter des Pleistozäns Eiszeiten und Warmzeiten einander ab. In den Eiszeiten lebten in Deutschland Mammuts, Wollnashörner, Höhlenlöwen, Schneeleoparden, Rentiere, Moschusochsen und viele andere große Säugetiere. Die früheren Warmzeiten waren zum Teil viel wärmer als unsere Warmzeit. Daher lebten auch Waldelefanten und Flusspferde in Deutschland.

Die Unterteilung der Klimazonen erfolgt anhand der vorherrschenden Klimafaktoren. So gehört Berlin zur gemäßigten Zone obwohl es nördlicher liegt als das kanadische Neufundland, das der kalten Zone angehört. Der Grund dafür ist der Nordatlantikstrom, der nördliche Abschnitt des bekannten Golfstromes, dessen warme Wassermassen die Luft Mittel- und Nordeuropas erwärmen.

Das Berlin kontinentales Klima und die französische Hauptstadt Paris milderes ozeanisches Klima hat liegt daran, dass der größte Teil Frankreichs ebenso wie ganz Großbritannien unmittelbar vom warmen Nordatlantikstrom beeinflusst wird. Selbst der Südwesten Norwegens liegt im ozeanischen Klima. Daher sehen einige Forscher die Gefahr, dass der Nordatlantikstrom wegen des aktuellen Klimawandels abreißen könnte. Dadurch würde es in Mittel- und Nordeuropa so kalt wie im nördlichen Kanada.

Klima im Wandel

Weil sich Klimaelemente und Klimafaktoren ändern können, ist auch das Klima Wandlungen unterworfen. Nehmen wir einmal Hessen als Beispiel. Es erstreckt sich beiderseits des 50. Breitengrades. Vor rund 260 Millionen Jahren lag Hessen fast am Äquator, weil die Kontinente wandern. Damals herrschte tropisches Klima.

Auch vor etwa 47 Millionen Jahren war es in Hessen deutlich wärmer als heute. Darum fand man im UNESCO Weltnaturerbe Grube Messel auch Krokodile. Die Kontinente wanderten schließlich soweit nach Norden und Süden, bis sie auch Regionen erreichten, die kalt genug für die Bildung von Gletschern waren.

Die Intensität der Sonnenstrahlung beeinflusst das Klima sehr stark. Diese Intensität hängt von der Lage oder Stellung der Erde zur Sonne ab. Da die Bahn der Erde um die Sonne nicht kreisförmig ist, die Erde selbst etwas um ihre Achse "eiert" und sich auch die Neigung ihrer Achse ändert, wird auch die Intensität der Sonnenstrahlung beeinflusst. Mal wird sie schwächer, mal stärker. Dieser Wechsel erfolgt natürlich im Laufe von vielen Tausend Jahren.

Da die Kontinente vor etwa 2,6 Millionen Jahren in etwa dort lagen, wo sie heute liegen, konnte eine sich abschwächende Sonnenstrahlung in den nördlichen und südlichen Breiten sowie in den Hochgebirgen zur Entstehung riesiger Gletscher führen. Dem warmen Klima folgte daher das Eiszeitalter, in dem wir immer noch leben.

Seit Beginn des Eiszeitalters wechselten Eiszeiten mit so genannten Warmzeiten ab. Die Eiszeiten dauerten jeweils etwa 100.000 Jahre, die Warmzeiten dazwischen dauerten etwa 10.000 bis 20.000 Jahre. Die Kontinente liegen fast immer noch dort, wo sie seit Beginn des Eiszeitalters lagen. Die Entfernung der Erde zur Sonne, die Neigung ihrer Achse und das "Eiern" um sie herum dauern fortwährend an.

Und weil unsere Warmzeit schon rund 10.000 Jahre dauert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir in ferner Zukunft auf eine neue Eiszeit zusteuern. Ob das in 5.000 oder 10.000 Jahren sein wird, das weiß niemand. Nur eines wissen wir: Zurzeit wird das Klima weltweit wärmer, was für viele Menschen eine Bedrohung darstellt. Doch das ist ein anderes Thema.

Alexander Stahr