ökoLeo | Klimawandel: Was passiert im Wald?
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Klimawandel: Was passiert im Wald?
Klimaforscher sagen, dass es auf der Erde wärmer wird. Das hat natürlich auch Folgen für die Pflanzen und Tiere in unseren Wäldern. Welche das sein können, erklärt Stefan Nowack. Er ist bei Hessen-Forst Leiter des Servicezentrums Forsteinrichtung und Naturschutz (FENA) und von Beruf Förster.
Bild: Alexander Stahr
Wenn das Klima wärmer wird, hat das auch Folgen für unsere Wälder.
Ökoleo: Wie wirkt sich das derzeit zunehmend wärmere Klima auf die Pflanzen im Wald aus?
Stefan Nowack: Sehr unterschiedlich. Manche Arten profitieren, wie beispielsweise die Eichen, von einem wärmeren Klima, andere Baumarten wie die Buche und die Fichte leiden eher unter der klimatischen Veränderung. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt zu beachten, denn auch die Schädlinge, beispielsweise Schmetterlingsraupen, die auf der Eiche leben, profitieren unter Umständen von diesen Verhältnissen, so dass in Gesamtschau die Verhältnisse auch für die Eiche nicht nur positiv zu bewerten sind.
Ökoleo: Welche Bäume werden vor dem Hintergrund des Klimawandels in naher Zukunft vom Forst angepflanzt? Welche haben Vor- und welche Nachteile?
Stefan Nowack: Wir setzen grundsätzlich vor allem auf eine natürliche Verjüngung des Waldes. Dort, wo dies nicht möglich ist, pflanzen wir Baumarten, die auf dem jeweiligen Standort, dass sind die Verhältnisse von Nährstoffen, Wasser und Temperatur, auf längere Sicht (beispielsweise 100 Jahre) gut wachsen können. Das sind Eichen oder so genannte Edellaubäume wie Ahorn, Kirsche und Linde, aber auch Douglasie und Tannenarten.
Bild: Alexander Stahr
Die Fichte mag es nicht so warm. Daher macht ihr der Klimawandel zu schaffen.
Ökoleo: Bäume und andere Pflanzen leben im, auf und vom Boden. Wie wird er sich bei zunehmenden Jahresdurchschnittstemperaturen verändern? Und wie?
Stefan Nowack: Der Boden als Wuchsraum und Nährstofflieferant für die Bäume und Pflanzen wird sich wohl eher wenig verändern. Allerdings könnte es sein, dass die Lebewesen im Boden durch höhere Temperaturen aktiver werden. Dadurch könnten die Nährstoffumsätze etwas angeregt werden.
Ökoleo: Der Gehalt an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre ist angestiegen. Lässt dieser Pflanzennährstoff den Wald nicht besser wachsen?
Stefan Nowack: Grundsätzlich ja, aber es gilt alle Einflussgrößen, die mit dem Klimawandel einhergehen, zu berücksichtigen und da nehmen wir an, dass der Wald an vielen Stellen schlechter wachsen wird, weil das Wasser in der Vegetationszeit knapper werden könnte.
Ökoleo: Gibt es bei wärmerem Klima eine erhöhte Waldbrandgefahr?
Stefan Nowack: Das ist so, da längere Trockenperioden, die meist von hohen Temperaturen im Sommer begleitet werden, insbesondere in unseren Kieferngebieten im südlichen Hessen zu einer höheren Waldbrandgefahr führen werden. In Laubwaldgebieten steigt die Waldbrandgefahr auch, sie ist aber insgesamt deutlich niedriger.
Bild: NOAA
Wenn das Klima wärmer wird, erhöht sich die Waldbrandgefahr.
Ökoleo: Wo sind die Vor- und Nachteile einer zunehmenden Klimaerwärmung für den Wald zu sehen?
Stefan Nowack: Eindeutige Vorteile sehe ich eigentlich nicht, da vermeintliche Vorteile (häufigere Samenproduktion, besseres Wachstum durch höhere Kohlenstoffdioxid-Konzentration und Verlängerung der Vegetationszeit) häufig durch entsprechende Nachteile (geringere Niederschläge in der Vegetationszeit, häufigere Stürme, etc.) aufgezehrt werden.
Echte Nachteile lassen sich leichter identifizieren: Häufigere Stürme (Windwurf und -bruch), Trockenperioden (schlechteres Wachstum, steigende Mortalität), Starkregen (Schäden an Blättern und Boden; geringere Wasserspende durch beschleunigten Abfluss), Steigende Waldbrandgefahr. Schädlinge haben bessere Entwicklungsbedingungen, Spät- und Frühfrostschäden nehmen zu.



