17. Februar 2016 Forschen & Entdecken, Landwirtschaft & Garten

Dein Garten auf der Fensterbank: Tomaten "vorziehen"

Ab Mitte März kannst Du die Fensterbank zum Garten machen. Dort kannst Du Gemüsepflanzen aussähen und heranwachsen lassen, bevor Du sie im Mai nach draußen stellst. ÖkoLeo erklärt Dir am Beispiel von Tomaten, wie das geht.

Auch wenn sich der Winter langsam verabschiedet, sind die Temperaturen noch niedrig und auch die Sonne hält sich eher zurück. Noch kannst Du im Garten und auf dem Balkon wenig tun. Doch die ersten Vorbereitungen sind schon jetzt im Haus möglich.

Einige Gemüsepflanzen brauchen etwas Zeit, um sich zu entwickeln, zum Beispiel Tomaten. In der Wohnung können die Samen in Ruhe keimen und zu kleinen Pflanzen heranwachsen. Das nennt sich "vorziehen". Wenn sie kräftig genug sind, kannst Du die Tomaten draußen weiter wachsen lassen. Das geht ab Mai. Ernten kannst Du die ersten Tomaten dann im Sommer.

Das Material, Erde, Tomatensamen, Topf, für die Aussaat.
Das Material für die Aussaat. (Bild: Ramona Kelle/oekoleo.de/CC BY 2.0)

Das brauchst Du zum Vorziehen von Tomaten:

  • einen hellen und warmen Platz
  • einen Blumentopf oder ein ähnliches Gefäß
  • Kieselsteine oder Tonscherben
  • Blumenerde
  • Samen

Hell, trocken und warm – hier fühlt sich die Tomate wohl

Zu Beginn solltest Du einen Platz auf der Fensterbank aussuchen, der viel Sonne abbekommt. Denn damit Tomaten keimen, benötigen sie eine Temperatur von 18 bis 22 Grad und so viel Licht wie möglich.

Am Anfang reicht ein Töpfchen oder Schälchen

Die Erde im Topf muss leicht angedrückt werden.
Die Erde muss leicht angedrückt werden. (Bild: Ramona Kelle/oekoleo.de/CC BY 2.0)

Um Tomaten auszusäen, brauchst Du einen kleinen Topf oder eine kleine Schale. Du kannst Töpfe aus dem Gartenfachhandel nehmen, aber auch andere Gefäße wie alte Joghurtbecher.

Fülle zuerst eine Schicht aus Kieselsteinen oder kleinen Tonscherben hinein. Die Schicht sollte ungefähr zwei bis drei Zentimeter hoch sein. Sie verhindert, dass im Topf Staunässe entsteht. Man sagt "Staunässe" dazu, wenn sich Wasser am Boden staut und die Blumenerde ständig feucht ist. So können sich Schimmel oder Keime bilden, die der Pflanze schaden.

Danach füllst Du das Gefäß mit Blumenerde auf. Lass oben am Rand ungefähr einen Zentimeter Platz.

Im Vergleich mit der Münze wird deutlich, wie klein die Samen sind.
Im Vergleich mit der Münze wird deutlich, wie klein die Samen sind. (Bild: Ramona Kelle/oekoleo.de/CC BY 2.0)

Setze in das Gefäß zwei Samenkörner. Beachte dabei, dass zwischen den Samen mindestens ein Abstand von 3 Zentimetern sein sollte. Die abgelegten Samen kannst Du leicht andrücken und mit weiterer Erde zudecken.

Zum Schluss gießt Du Wasser über die Erde und stellst das Gefäß auf die Fensterbank.

Keimlinge im Topf.
Und so sehen die ersten Keimlinge aus. (Bild: Ramona Kelle/ oekoleo.de/ CC BY 2.0)

Nach 7-14 Tagen wirst Du die ersten Keimlinge sehen können. In dieser Zeit solltest Du darauf achten, dass die Erde immer leicht feucht ist. Wenn sich das Sonnenlicht auf der Fensterbank im Laufe des Tages sehr verändert, kannst Du die Töpfchen verschieben und dort hinstellen, wo viel Licht einstrahlt.

Das ist wichtig für Tomatenpflege

Sonne, Sonne, Sonne – Tomaten mögen und brauchen Sonne. Du solltest darauf Acht geben, dass es dort, wo die Tomaten stehen, nicht kalt ist.

Genauso wichtig ist es, dass die Tomatenpflanzen nicht nass werden. Daher solltest Du immer direkt die Erde begießen und nicht die Pflanzen selber. Auch später ab, wenn sie draußen stehen, sollten Tomatenpflanzen einen Regenschutz haben. Du kannst Sie zum Beispiel unter einem Dachvorsprung aufstellen. Die Pflanze sollte trotzdem viel Licht bekommen.

Ab Mitte Mai kannst Du die kleinen Pflanzen nach draußen bringen. Setze sie dann in größere Gefäße um! Um eine Pflanze aus dem kleinen Topf herauszuholen, kannst Du ihn mit einer Hand anfassen und vorsichtig umdrehen. Die andere Hand hältst Du unter den Topf. Die Erde wird durch die Wurzeln zusammengehalten und bildet einen Ballen. Setze den ganzen Ballen mit der Pflanze in den größeren Topf und fülle Erde nach.

Tomate ist nicht gleich Tomate

Schild mit der Aufschrift Cherrytomate in einem Pflanzentopf.
Eine Kennzeichnung hilft Dir, die Tomatensorten zu unterscheiden. (Bild: Ramona Kelle/oekoleo.de/CC BY 2.0)

Es gibt viele verschiedene Tomatensorten. Sogenannte "Buschtomaten" sind beispielsweise besonders gut geeignet, wenn Du einen Balkon hast. Diese Tomatensorte wird nicht groß und kann auch im Sommer im Kasten oder Kübel wachsen.

Frag Deine Eltern und auch Freunde, ob Sie Dir helfen. Oder frage Deine Lehrerin oder Deinen Lehrer und überlegt in der Klasse, ob Ihr ein Gartenprojekt daraus machen könnt. Vielleicht könnt Ihr verschiedene Sorte anpflanzen – dann habt Ihr im Sommer eine wunderbare Auswahl leckerer Tomaten!