17. Februar 2017 Tiere, Forschen & Entdecken

Sind die Zugvögel „faul“ geworden?

Im Winter 2017 wurden weniger Vögel gezählt als im Jahr zuvor. Wo sind die Tiere?

Im Winter 2017 haben sich viele Menschen gefragt: Wo sind die Vögel? Denn im Vergleich zu den vergangenen Jahren ließen sich an den Futterstellen, in Parks und Gärten auffällig wenige Vögel blicken.

Stunde der Wintervögel

Die Vogelzählung findet jedes Jahr im Winter statt. Beim NABU erfährst du, wie du mitmachen kannst:

Das war in ganz Deutschland so, hat eine Vogelzählung ergeben. Mehr als 120.000 Menschen haben dabei mitgemacht. Sie haben an einem bestimmten Tag eine Stunde lang Vögel gezählt, zum Beispiel in ihrem Garten. Die Ergebnisse wurden von Fachleuten beim Naturschutzbund Deutschland und beim bayerischen Landesbund für Vogelschutz ausgewertet.

Was sind die Ergebnisse?

Im Durchschnitt wurden 17 Prozent weniger Vögel beobachtet als in den Jahren davor. Das ist knapp ein Fünftel weniger. Während sonst in einem Garten durchschnittlich 41 Vögel in einer Stunde gezählt wurden, waren es in diesem Jahr nur 34.

Wintervögel in Hessen

Welche Vögel in Hessen gesichtet wurden und wo genau sie sich blicken lassen haben, kannst du auf dieser Karte sehen:

Vor allem die sonst häufigen Besucher im Futterhaus waren weniger zu sehen. Dazu zählen alle Arten von Meisen, aber auch Kleiber und Kernbeißer.

Auffällig ist auch, dass sich die Häufigkeit der Arten geändert hat. Zwar ist auf Platz 1 der Rangliste nach wie vor der Haussperling, auch Spatz genannt. Aber auf Platz 2 ist überraschend die Amsel gerutscht. Sonst lag sie eher auf Platz 5.

Wo sind die Vögel?

Im Winter 2017 hatten einige Arten offenbar weniger „Wanderlust“, vermuten die Fachleute vom NABU. Denn im Winter kommen normalerweise einige Vogelarten aus dem kälteren Norden oder Osten nach Deutschland. Darunter sind auch die meisten Meisenarten.

Da der Winter in diesem Jahr aber ziemlich mild ist, mussten die Vögel nicht bis zu uns fliegen. Sie konnten schon vorher auf der Flugroute Orte finden, an denen es warm genug für sie war.

Gleichzeitig sind Vögel, die normalerweise von Deutschland aus in wärmere Länder fliegen, hiergeblieben. Das erklärt zum Beispiel, warum so viele Amseln gesichtet wurden. Denn eigentlich fliegen viele von ihnen im Winter nach Süden.

Es ist aber auch möglich, dass es andere Gründe für die Veränderungen gab, sagen die Fachleute. Sie wollen die Ergebnisse bei weiteren Beobachtungen überprüfen.

Klimafolgen

Wie sehen die Folgen des Klimawandels aus? Die Fotos zeigen dir weitere Beispiele:

Allerdings beobachten Fachleute bei Zugvögeln zunehmend Zeichen dafür, dass sie sich wegen des Klimawandels anders verhalten. Einige Arten kehren früher aus ihren Winterquartieren zurück. Viele Arten beginnen früher zu brüten. 

Wenn sich die Abläufe in der Natur durch den Klimawandel verschieben, kann das zu Problem führen. Zum Beispiel finden einige Vögel weniger Nahrung als gewohnt, weil sich auch viele Insekten zu anderen Zeiten entwickeln.

 

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