15. August 2019 Landwirtschaft & Garten, Tiere

Bilderserie: Tiere an Bächen und Flüssen

Über 23.000 Kilometer Bäche und Flüsse durchziehen Hessen. Im Wasser und an den Ufern finden sich an vielen Stellen faszinierende Tierarten. ÖkoLeo stellt einige von ihnen vor.

Entlang von natürlichen Flüssen und Bächen, die nicht von Menschen begradigt wurden, finden sich Auenlandschaften. Sie werden bei Hochwasser überflutet. Land und Wasser treffen aufeinander und es entstehen besonders vielfältige Lebensräume, in denen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten leben. Durch diese Artenvielfalt sind Auen für die Natur besonders wertvoll. Sie gehören zu den artenreichsten Ökosystemen Mitteleuropas. Das Foto zeigt die renaturierte Fulda bei Rotenburg.

Elritze

Elritze im Wasser
Elritze. (Bild: Etrusko / commons.wikimedia.org / CC BY-SA 3.0)

Diese Fische hast du vielleicht schon einmal beobachtet. Die Elritzen sehen unscheinbar aus und werden nur etwa 10 Zentimeter lang. Doch wenn man sie sieht, ist das ein gutes Zeichen. Denn Elritzen brauchen klares und sauerstoffreiches Wasser. Sie leben in Schwärmen und halten sich in der Nähe der Wasseroberfläche auf. Hier können sie ihr Lieblingsfutter jagen – Insekten. Gibt es oben nichts zu holen, fressen sie auch Kleintiere am Gewässergrund. 

Europäischer Biber

Ein Europäischer Biber an einem Baumstamm
Ein europäischer Biber. (Bild: Bohus Cicel / commons.wikimedia.org / CC BY-SA 3.0)

Einen Biber bekommt man nur äußerst selten zu sehen. Eher kann man ihre Gebäude bestaunen. Denn Biber bauen Dämme und stauen damit Bäche und Flüsse auf. Die Tiere wohnen in unterirdischen Höhlen und Burgen am Flussufer. In Hessen gab es viele hundert Jahre lang keine Biber mehr, sie wurden im 16. Jahrhundert ausgerottet. Doch in den 1980er-Jahren wurden sie wieder angesiedelt. Mit ihren Dämmen verursachen die Biber manchmal Überschwemmungen. Darum sind nicht alle Menschen von der Rückkehr der Tiere begeistert. Aber Biber gehören zu einer natürlichen Flusslandschaft dazu. Fachleute und die Behörden in Hessen kümmern sich darum, wenn es Konflikte mit den Menschen gibt.

Helm-Azurjungfer

Helm-Azurjungfer auf Pflanze
Eine Helm-Azurjungfer. (Bild: Edi06331 / commons.wikimedia.org / CC BY-SA 3.0)

Helm-Azurjungfern sind sehr seltene blaue Libellen. Sie sind in Hessen auf sonnige, nicht zu schnell fließende Wiesengräben und -bäche als Lebensraum angewiesen. Hier können sie ihre Eier ablegen. In Hessen findet man die Libelle vor allem in der Wetterau.

Bachforelle

Eine Bachforelle
Eine Bachforelle. (Bild: Michael Meiters / flickr.com / CC BY-SA 2.0)

Ganz wichtig für die Bachforelle sind Bäche mit sauberem, sauerstoffreichem Wasser. Ebenso wichtig für ihr Überleben sind größere Steine oder Überhänge wie weitreichende Wurzeln. Denn dort lauern die Fische auf ihre Beute. Dazu zählen Bachflohkrebse, Insekten und kleine Amphibien und Fische. Forellen kommen nahezu in allen Bächen und Flüssen Hessens vor. Es sind jedoch nicht immer natürliche Vorkommen: Viele Gewässer werden von Menschen mit Zuchtforellen besetzt, um sie dann wieder zu angeln.

Wasserfledermaus

Eine Wasserfledermaus
Eine Wasserfledermaus. (Bild: Daderot / commons.wikimedia.org / Public Domain)

Wasserfledermäuse wohnen in hohlen Bäumen, manchmal auch in Mauerspalten oder Dachböden. Sie jagen allerdings fast ausschließlich am Wasser, indem sie ihre Schwanzflughaut als Kescher einsetzen und so Insekten von Wasseroberfläche fangen. Flussauen mit vielen Arten sind darum ein wichtiger Lebensraum für sie.

Eisvogel

Ein Eisvogel mit Fisch im Schnabel
Ein Eisvogel. (Bild: Brax / PxHere.com / Public Domain)

Eisvögel erkennt man leicht an ihrem schillernd bunten Gefieder. Doch in der Natur bekommt man sie nur sehr selten zu sehen. Der Eisvogel gehört zu den gefährdeten Arten in Hessen. Er fängt kleine Fische und Amphibien in Flüssen und Bächen. Versteckt in Bäumen und Sträuchern am Ufer hält der Eisvogel Ausschau nach Beute. Hat er etwas im Wasser entdeckt, rast der Eisvogel auf die Wasseroberfläche zu, taucht unter und kommt mit der Beute im Schnabel wieder emporgeflogen.

Bachflohkrebs

Ein Bachflohkrebs
Ein Bachflohkrebs. (Bild: AJC1 / flickr.com / CC BY-SA 2.0)

Bachflohkrebse sind sehr häufige Bewohner von sauberen Bächen. Doch sie leben versteckt am Grund. Sie werden bis zu 2,5 Zentimeter groß, finden also mühelos Unterschlupf unter vielen Steinen. Sie ernähren sich von Pflanzen – auch von Laub, das ins Wasser fällt. Sie dienen anderen, größeren Wassertieren, wie den Bachforellen, als wichtige Beute.

Fischotter

Ein Fischotter
Ein Fischotter. (Bild: Valiya / pixabay.com / Pixabay-Lizenz)

Fischotter sind wahre Schwimm- und Tauchkünstler. Sie machen lange Erkundungstouren entlang von Flüssen und Bächen und ernähren sich von Fischen, Vögeln und anderen Kleintieren, die sie dabei entdecken. Lange Zeit galten Fischotter in Hessen als ausgestorben. Doch vor einigen Jahren wurde entdeckt, dass mehrere Tiere an hessischen Flüssen und Bächen leben. Die Art ist immer noch sehr selten. Aber dass sie in Hessen vorkommt, ist ein gutes Zeichen. Denn Fischotter brauchen saubere Bäche und Flüsse, an denen viele Beutetiere leben.

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