22. Oktober 2019 Abfall & Recycling

Darf Plastikmüll in andere Länder?

Immer wieder gibt es Berichte darüber, dass Abfälle aus Deutschland in anderen Ländern auf illegalen Müllkippen landen statt im Recycling. Neue Regeln sollen das verhindern.

Gelangt Plastikmüll aus Deutschland in andere Länder? Immer wieder gibt es darüber Berichte in den Medien. Tatsächlich wird bisher ein beträchtlicher Teil der Plastikabfälle ins Ausland exportiert. Im Jahr 2016 waren es 1,6 Millionen Tonnen. Das meiste davon waren Abfälle von Unternehmen; nicht die im „Gelben Sack“ gesammelten Abfälle aus Haushalten.

Dass Plastikabfälle in andere Länder gebracht werden, mag überraschend klingen. Doch wenn sie nicht verschmutzt und nach Sorten getrennt sind, stellen sie einen Rohstoff dar. Solche Kunststoffabfälle werden weltweit gehandelt, weil sie gut recycelt werden können. Unter anderem in vielen asiatischen Ländern werden sie importiert, um neue Waren herzustellen. Produkte aus recyceltem Kunststoff werden dann häufig auch nach Deutschland verkauft. Zum Beispiel Verpackungen wie Shampoo-Flaschen, aber auch Textilien wie Outdoor-Jacken oder Teppiche.

Dass Plastikabfälle in andere Länder gebracht werden, um sie dort zu beseitigen, war auch bisher schon verboten. Doch das ist teilweise passiert. Das Problem sind Abfälle, die verschmutzt oder unsortiert sind und somit nicht recycelt werden können. Teilweise wurden auch Abfälle absichtlich falsch gekennzeichnet, um sie ins Ausland zu bringen. Sie landen auf illegalen Müllkippen oder werden unter einfachsten Bedingungen verbrannt. Das führt zu großen Umweltproblemen in den betroffenen Ländern.

Neue Regeln für Plastikmüll

Mitmachen gegen Plastikmüll

Am besten ist es, Müll zu vermeiden.

Das soll in Zukunft anders werden. Im Mai 2019 haben die 187 Vertragsstaaten des Basler Übereinkommens neue Regeln für Exporte von Plastikmüll beschlossen. Gemischte oder verunreinigte Plastikabfälle, die nur schwer recycelt werden können, dürfen ab 1. Januar 2021 nicht mehr in bestimmte Länder exportiert werden. Dabei geht es um Länder, wo es keine ausreichenden Möglichkeiten gibt, den Plastikmüll zu recyceln. Dazu gehören zum Beispiel Malaysia, Indonesien oder die Türkei. Und die Exporte von Plastikmüll müssen besser gekennzeichnet werden, sodass Kontrollen möglich sind.

Frei gehandelt werden dürfen dann nur noch Kunststoffabfälle, die tatsächlich als Rohstoff verarbeitet werden. Es soll stärker kontrolliert werden, welche Kunststoffabfälle gehandelt werden.

Am besten für die Umwelt ist es, Plastikmüll von vorneherein zu vermeiden. Dabei kann jede und jeder mithelfen! Zum Beispiel beim Einkauf. Getränke zum Beispiel gibt es in umweltverträglichen Mehrwegflaschen. Auf Plastiktüten und -folie bei Obst und Gemüse kann man oft verzichten, vor allem, wenn man eigene Einkaufsbeutel mitbringt. Sogar an vielen Fleisch- und Käsetheken kann man mittlerweile eigene Behälter mitbringen.

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