19. September 2018 Klimaschutz

Hitze und Dürre: Was war im Sommer 2018 mit dem Wetter los?

Schon im Frühling ging es los mit sommerlichen Temperaturen. Und dann wurde es richtig heiß – und trocken. Der Sommer 2018 war ein besonderer Sommer, sagen auch die Fachleute. Hat das etwas mit dem Klimawandel zu tun?

Seit dem Jahr 1881 beobachten Fachleute in Hessen ununterbrochen das Wetter. Doch noch nie war es im Monat April im Durchschnitt so warm wie im Jahr 2018 – Rekord! Der nächste Rekord fiel im Monat darauf. Auch im Mai wurden die höchsten Durchschnittstemperaturen seit 1881 gemessen.

In den Sommermonaten Juni bis August gab es zwar keinen neuen Rekord bei den Durchschnittstemperaturen. Aber auch sie gehörten zu den wärmsten Monaten, die je beobachtet wurden.  Insgesamt war bisher nur der Sommer 2003 heißer als der Sommer 2018.

So heiß und trocken wie am Mittelmeer

Brücke am Edersee
Normalerweise unter Wasser: Die Aseler Brücke im Edersee. (Bild: Barni1 / pixabay.com / Public Domain)

An vielen Orten in Deutschland gab es extrem hohe Temperaturen. So wurden in Frankfurt am Main an 18 Tagen nacheinander über 30 Grad Celsius gemessen. Und in Hessen viel so wenig Regen wie noch nie seit Beginn der Messungen.

Im Edersee war Ende August nur noch ein Fünftel der normalen Wassermenge. Darum tauchten eine versunkene Brücke und die Ruinen eines Dorfes wieder auf, die normalerweise unter Wasser liegen. 

Was hat der Rekordsommer mit dem Klimawandel zu tun?

Die Hitze und Trockenheit machten Menschen, Pflanzen und Tieren zu schaffen. Und viele Menschen fragten sich, ob der heiße Sommer eine Folge des Klimawandels ist. Denn häufig wird ja auch vom „Treibhauseffekt“ gesprochen, der zum Klimawandel führt. Das klingt, als würde es immer wärmer werden.

Doch Fachleute weisen darauf hin, dass der Klimawandel nicht automatisch zu höheren Temperaturen führt. Und man kann nicht sagen, dass speziell das heiße Wetter im Sommer 2018 eine Folge des Klimawandels war. Aber: Der Klimawandel führt dazu, dass solche Wetterrekorde häufiger auftreten können. Denn er verändert die Bedingungen, unter denen das Wetter entsteht.

Wetterstationen in Hessen

Wetterrekorde für deine Region kannst du im Internet nachsehen. 

Die Fachleute rechnen damit, dass es in Hessen in Zukunft im Sommer öfter heiß und trocken werden wird. Außerdem wird erwartet, dass es öfter sehr starke Regenfälle geben wird. Doch auch in Zukunft wird das Wetter immer wieder sehr unterschiedlich ausfallen. Und mit Sicherheit wird es auch wieder einen Sommer geben, den wir als zu kalt empfinden.

Weil es öfter zu extremen Wetterereignissen kommen wird, muss sich Hessen darauf einstellen. Dürre zum Beispiel kann in der Landwirtschaft Probleme machen. Dort kann zum Beispiel künstliche Bewässerung helfen – und der Anbau von Pflanzen, die mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen.

Denn im Sommer 2018 brachte die Trockenheit viele Landwirtinnen und Landwirte in Hessen so sehr in Bedrängnis, dass die Landesregierungen ihnen mit Geld helfen musste. In Zukunft muss sich die Landwirtschaft nicht nur anpassen. Sondern sie soll auch mehr zum Klimaschutz beitragen. Zum Beispiel sollen weniger Treibhausgase durch die Tierhaltung und Düngung in die Luft gelangen. 

Und Städte bemühen sich darum, auch große Hitze erträglicher zu machen. In Frankfurt sollen zum Beispiel mehr Grünflächen angelegt werden, denn sie sorgen für frische Luft und Schatten.  Und die Stadt will die Trinkbrunnen erhalten und besser auffindbar machen, die schon in früheren Zeiten die Bevölkerung mit frischem Wasser versorgten. 

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