28. April 2022 Tiere, Landschaften & Ökosysteme

Kiebitz-Kamera wieder im Einsatz

Auch in diesem Jahr steht in der Wetterau eine Webcam des Umweltministeriums. Sie bietet dir einmalige Einblicke in das Leben der Kiebitze und anderer Vögel im Naturschutzgebiet "Mähried".

Früher konnte man den Kiebitz in Deutschland häufig sehen, vor allem auf Feldern und Wiesen. Heute ist die Vogelart selten geworden und aus vielen Gegenden verschwunden. Grund dafür ist die sogenannte intensive Landwirtschaft. Sie verändert den Lebensraum vieler Vögel und Insekten. Aber auch Säugetiere auf Beutezug wie der Fuchs oder der Waschbär verhindern, dass aus den Eiern der Kiebitze Küken schlüpfen können. Sie stehlen die Eier und fressen den Inhalt.

Landwirtschaft und Umweltschutz

Der größte Teil der Fläche in Deutschland wird für Landwirtschaft genutzt. Darum hat sie sehr große Auswirkungen auf die Umwelt.

In Hessen gibt es ein großes Vogelschutzgebiet, das Mähried. Dort steht ein Schutzzaun, der die Lebensräume der Tiere schützen soll. So können Fuchs und Waschbär etwa nicht über den Zaun klettern. Seit ein paar Jahren konnten dort wieder mehr junge Kiebitze entdeckt werden.

Das Hessische Umweltministerium hat im Mähried eine Kamera aufgebaut. Sie überträgt Bilder live aus dem Vogelschutzgebiet. So kannst du von zuhause seltene Vögel beobachten. Nicht immer sind auf den Bildern Kiebitze zu sehen. Doch es ist fast immer etwas los.

Die Kamera zeigt automatisch verschiedene Ansichten von dem Gebiet. Sie wird über Solarstrom betrieben. Daher kann sie auch ausfallen, wenn für längere Zeit keine Sonne scheint. Dann werden ältere Aufnahmen gezeigt.

Der Kiebitz ist in etwa so groß wie eine Taube. Du erkennst ihn an seiner dunklen Oberseite und seiner weißen Unterseite mit schwarzem Brustband. Besonders markant sind die abstehenden Federn am Hinterkopf des Vogels. Seine Rufe klingen wie ein "chä-chuit, wit-wit-wit".

Über diese Internetseite gelangst du zum Live-Video des Vogelschutzgebiets.

Es gibt viel zu entdecken

Im Mähried leben außer dem Kiebitz noch weitere seltene Vogelarten. Im Jahr 2021 hat dort sogar ein Paar Rotschenkel gebrütet und ihren Nachwuchs großgezogen. Du erkennst die Vögel an ihren leuchtend roten Beinen. Noch vor ein paar Jahren kamen Rotschenkel in Hessen kaum noch vor. In eingezäunten Vogelschutzgebieten kann sich ihr Bestand erholen.

Dasselbe gilt auch für die Spießenten. In ganz Deutschland finden sich nur noch etwa 20 Paare. Das Schutzgebiet hilft den seltenen Vögeln in Ruhe brüten zu können.

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