02. April 2019 Landschaften & Ökosysteme, Klimaschutz

Klimawandel: Der Wald leidet unter Dürre und Schädlingen

Der heiße Sommer und die Dürre im Jahr 2018 haben gezeigt, wie sich der Klimawandel auswirken kann. In den hessischen Wäldern kann man die Folgen nun sehen.

Das Jahr 2018 war das sonnigste und wärmste Jahr, das seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen vor mehr als 130 Jahren je beobachtet wurde. Außerdem gab es extrem wenig Regen. Das hat in der Natur Spuren hinterlassen. Zwar hat es im Herbst wieder mehr geregnet, sodass man nicht mehr so viele trockene Wiesen sah. Aber der Boden ist trotz des Regens im Herbst und Winter noch trockener als normalerweise, und die Wälder leiden weiterhin unter dem Dürrejahr.

Das Wetter 2018

Viele Rekorde und Sorgen wegen des Klimawandels

Wegen der Trockenheit und Wärme hat sich der Borkenkäfer sehr stark vermehrt. Die Insekten bohren sich durch die Rinde von Bäumen und in das Holz. Die betroffenen Bäume können absterben. Damit sich die Käfer nicht ausbreiten, müssen befallene Bäume möglichst schnell gefällt werden. Das Holz muss dann aus dem Wald entfernt werden.

In Hessen müssen daher ungewöhnlich viele Bäume gefällt werden, um den Wald zu schützen. Schon im Jahr 2018 waren es drei Mal so viel wie normalerweise.

Bäume sind wegen der Dürre anfällig für Krankheiten

Borkenkäfer Buchdrucker
Borkenkäfer bohren Gänge in die Versorgungsschicht zwischen Rinde und Holz. Die befallenen Bäume können absterben. (Bild: Harald Kloth / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0)

Der Borkenkäferbefall schadet den Bäumen besonders stark, weil sie wegen der Dürre im Jahr 2018 noch geschwächt sind. Unter diesen Bedingungen können sich Borkenkäfer explosionsartig vermehren und noch mehr Bäume zum Absterben bringen. Auch andere Baumkrankheiten breiten sich aus. In Süd- und Mittelhessen sind viele Kiefern von einem Pilz befallen, der die Triebe und später auch den ganzen Baum absterben lässt.

Die hessischen Forstleute bitten um Verständnis, denn sie müssen für die Holzarbeiten manche Wege absperren. An manchen Orten werden auch kahle Flächen entstehen. Die Forstleute wollen das nutzen, um den Wald auf die Zukunft vorzubereiten: Dort sollen eine Mischung aus bestimmten Baumarten gepflanzt werden. Denn ein Mischwald kann Wetterextreme wie im Jahr 2018 besser verkraften. Unter anderem können sich Schädlinge dort nicht so schnell ausbreiten.

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