03. Dezember 2014 Einkaufen & Leben, Zuhause & Unterwegs

Advent: Welche Kerzen sind umweltfreundlich?

Was wäre die Adventszeit ohne Kerzen? Ihr warmes Leuchten schmückt Adventskränze und Weihnachtsbäume und verbreitet Festtagsstimmung. Aber weißt Du eigentlich, warum eine Kerze so lange brennen kann? ÖkoLeo verrät Dir, was in den Kerzen steckt und wie Du duftende, umweltfreundliche Kerzen selbst herstellen kannst.

Kerzen sind aus Wachs, das weißt Du sicher schon. Aber Wachs kann aus unterschiedlichen Stoffen bestehen. Häufig benutzte Materialien sind Paraffin und Stearin. Vielleicht hast Du schon mal eine Kerze gesehen, die leicht nach Honig geduftet hat? Das war vermutlich eine Kerze aus Bienenwachs. Sie sind recht selten, weil das Material mit Abstand am teuersten ist.

Wachs ist nicht gleich Wachs

Eine Bienenwachskerze
Eine gerollte Kerze und Platten aus Bienenwachs (Bild: Annie Mole / flickr.com / CC BY 2.0)

Am meisten verbreitet sind Kerzen aus Paraffin, das aus Erdöl hergestellt wird. Macht Dich das stutzig? Genau: Aus Erdöl werden auch Benzin oder Heizöl hergestellt. Vielleicht ahnst Du nun schon, dass Kerzen nicht immer gesund und umweltfreundlich sind. Dazu gleich mehr. Paraffin ist sehr preiswert. Stearin ist deutlich teurer. Es wird aus natürlichen Ölen oder Fetten hergestellt, zum Beispiel Palmöl oder Kokosfett. Alle Arten von Kerzenwachs enthalten Kohlenstoff. Wird der Docht angezündet, bringt die Flamme das Wachs zum Schmelzen. Flüssiges Wachs tränkt den Docht und steigt darin nach oben. Am Ende des Dochts verdampft das Wachs. Nun können die darin enthaltenen Kohlenstoffteilchen glühen und verbrennen – und dabei entsteht das warme, gelbliche Kerzenlicht.

Flackern vermeiden

Das RAL-Gütezeichen
Kerzen mit RAL-Gütezeichen sind besonders ruß- und raucharm. (Bild: Gütegemeinschaft Kerzen)

Wie bei jeder Verbrennung gelangen dabei Schadstoffe in die Luft. Nicht viele, weil die Flammen so klein sind. Trotzdem solltest Du darauf achten, dass möglichst wenig Ruß entsteht. Die Flamme sollte daher nicht flackern. Das passiert zum Beispiel durch Zugluft. Nach dem Benutzen von Kerzen solltest Du gut lüften. Fachleute empfehlen, Kerzen mit dem sogenannten "RAL-Gütezeichen Kerzen" zu kaufen. Diese sind unter anderem besonders ruß- und raucharm. Für schädliche Inhaltsstoffe schreibt das Gütezeichen strenge Grenzwerte vor.

Du kannst Kerzen auch selber basteln! Das macht Spaß – und Du kannst dabei auch darauf achten, dass Deine eigenen Kerzen besonders umweltfreundlich sind. In einigen Bastelläden, Bio-Läden oder im Versandhandel bekommst Du Kerzenwachs aus nachwachsenden Rohstoffen. Zum Beispiel Bienenwachs von Bio-Imkern oder Wachs aus Raps oder Soja, das aus ökologischer Landwirtschaft stammt. Wo es Wachs zum Basteln gibt, bekommst Du meist auch Dochte, Gießformen und Verzierungen.

Einfach ausprobieren!

Wachs aus Palmfett, teilweise geschmolzen (Bild: Simon A. Eugster / Wikipedia / CC BY-SA 3.0)

Je nach Art des Wachses kannst Du Kerzen gießen, rollen oder kneten. Vor dem Gießen müssen Gießformen vorbereitet werden. Du brauchst hitzefeste Gefäße, die oben offen sind und möglichst glatte Wände haben. Zum Probieren reicht zum Beispiel eine offene Dose.

  • Bohre oder steche ein Loch in den Boden der Dose. Führe den Docht von außen hindurch. Mach einen Knoten ins äußere Ende, damit er nicht durchrutscht. Klebe von Innen etwas Wachs auf das Loch in der Dose.
  • Lege einen Stab über das Gefäß und knote das andere Ende des Dochts daran fest.
  • Erhitze das Wachs in einem Wasserbad, bis es flüssig wird. Stell dafür ein kleines Gefäß mit dem Wachs in einen größeren Topf mit Wasser.
  • Fülle das Wachs in die Dose beziehungsweise die Gießform.
  • Lass das Wachs gut abkühlen und fest werden. Erst dann nimm die Kerze aus der Form.
  • Falls die Kerze nicht herausrutscht, kannst Du sie zunächst in den Kühlschrank stellen! Dann geht es leichter.

Wenn Du Kerzen gießen willst, frag unbedingt einen Erwachsenen! Denn heißes Wachs und eine heiße Herdplatte können gefährlich sein. Auch Kerzen anzünden solltest Du nicht ohne Erlaubnis. Und: Lass eine brennende Kerze nie allein!

Ohne Gießen kannst Du Kerzen aus Bienenwachs herstellen. Das ist besonders weich. Du kannst es kneten oder rollen. Zum Rollen eignen sich dünne Platten aus Wachs, die Du im Handel bekommen kannst. Achte beim Rollen und Kneten darauf, den Docht möglichst in der Mitte einzuarbeiten.