10. Januar 2015 Tiere

Überwintern: Wie halten sich Tiere warm?

Bei Eis und Schnee draußen zu sein, kann viel Spaß machen – aber nur, wenn Du richtig "eingepackt" bist. Wie schaffen es die Tiere, die kalte Jahreszeit draußen zu verbringen?

Nicht nur wir Menschen fühlen uns bei bestimmten Temperaturen besonders wohl - auch den Tieren geht es so. Der menschliche Körper ist normalerweise ungefähr 37 Grad Celsius warm. Sind es mehr oder weniger, fühlen wir uns unwohl – wir haben Fieber oder sind unterkühlt. Wenn die Temperatur zu stark vom Normalen abweicht, wird es gefährlich. Denn der Körper kann dann nicht mehr richtig funktionieren. Verliert er zu viel Wärme, erfrieren wir.

Was hat Deine dicke Jacke mit dem Winterfell der Tiere zu tun?

Jedes Kind weiß: Bei Kälte muss man sich warm einpacken! Genau das tun auch viele Tiere. Vögel bekommen im Winter ein dichteres Federkleid. Auch das Fell vieler Säugetiere verändert sich, sie bekommen ein Winterfell. Federn und Felle verhindern, dass zu viel Wärme an die Luft in der Umgebung abgegeben wird. Das nennt man Isolation.

Ein Eisbär im Schnee
Unter dem Fell haben Eisbären eine schwarze Haut. Die hilft ihnen, die Wärme der Sonne einzufangen. (Bild: pixabay.com/Public Domain)

Und die funktioniert so: Zwischen den feinen Haaren oder Federn wird viel Luft festgehalten. Luft leitet Wärme sehr schlecht, darum bezeichnet man sie auch als guten Isolator. Die Luft nah am Tierkörper wird durch die Körperwärme warm. Federn oder Fell halten sie fest, so dass die Wärme nicht durch den Wind fortgeweht wird. Und weil die Luft gut isoliert, wird die Wärme auch nicht in die Umgebung abgegeben. Sie hüllt den Körper warm ein.

Gute Winterjacken sind genauso aufgebaut wie Winterfell oder Gefieder: Eine feste äußere Schicht hält Wind und Wasser ab. Darunter, nah am Körper, liegt eine isolierende Schicht aus leichtem Material, das viel Luft einschließt.

Besonders gut isolieren die feinen Daunenfedern, die bei Vögeln direkt am Körper sitzen. Darüber liegen festere Deckfedern, eine zusätzliche Schutzschicht. Bei Enten kannst Du erkennen, dass sie eingefettet sind. So halten sie die Daunen trocken. Bei Tierfellen ist es ähnlich: Nah am Körper ist die sogenannte "Unterwolle" aus besonders feinen Haaren. Auch das Fell wird außen durch Fett geschützt.

Wenn Menschen sich "aufplustern"

Kohlmaise auf einem Ast
Die Daunenfedern der Kohlmeise enthalten viel Luft. Sie wird durch den Körper erwärmt und hüllt ihn ein. (Bild: "Meise 900" von Tbird ulm/Wikimedia Commons/CC BY-SA 3.0)

Sicher hast Du schon einmal eine Amsel oder Meise beobachtet, die sich "aufgeplustert"hat. Dabei sehen die Vögel viel "kugeliger" aus als normalerweise. Sie richten ihre Federn auf, weil das noch mehr Luft im Federkleid festhält und besser isoliert.

Übrigens ist das Aufrichten der Federn beziehungsweise der Haare auch beim Menschen noch vorhanden. Du kennst es als "Gänsehaut". Da wir kein Fell mehr haben wie unsere Vorfahren, wird es uns dadurch leider nicht wärmer!

Körpertemperatur eines Eisbären
Wie gut das Fell eines Eisbären isoliert, zeigt dieses Wärmebild. Es wurde mit einer speziellen Kamera aufgenommen. Je mehr Rot und Gelb, desto wärmer ist die Stelle des Körpers. Kühlere Stellen sind blau. (Bild: arno/coen/Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Warum Eisbären schwarz sind

Eisbären haben nicht nur ein dickes Fell. Sie haben einen zusätzlichen "Trick", mit dem sie die Energie der Sonne einfangen! Hast Du gewusst, dass die Haut unter ihrem weißen Fell schwarz ist? Sicherlich weißt Du, dass sich schwarze Flächen in der Sonne besonders gut erwärmen. Das wird bei sogenannten Solarkollektoren genutzt, die man auf vielen Dächern sieht. "Kollektor" heißt "Sammler". Die Solarkollektoren sammeln die Energie der Sonne ein, um damit zum Beispiel Wärme für Wohnungen zu gewinnen.

Auch der Eisbär "sammelt" die Sonnenwärme. Ein Teil des Sonnenlichts gelangt durch das Fell, trifft auf die schwarze Haut und erwärmt diese. Das dichte Fell sorgt dafür, dass die Wärme nicht gleich wieder an die kalte Umgebung abstrahlt.

Gute Vorbereitung hilft!

In der kalten Jahreszeit verändert manche Tiere auch ihr Verhalten.. Dem Igel zum Beispiel würden seine Borsten nicht reichen, um sich im Winter warmzuhalten. Noch dazu ist er am Bauch fast kahl und dort besonders empfindlich gegen Kälte.

Igel treffen darum Vorbereitungen für den Winter. Sie fressen im Herbst besonders viel. Davon bekommen sie eine Fettschicht, die gut isoliert. Und bevor der Winter richtig beginnt, schlüpfen sie unter einen dicken Laubhaufen – und schlafen dort, bis es wieder wärmer wird! Der Winterschlaf ist ganz anders als normaler Schlaf. Die Igel werden dabei viel kühler: Statt 35 sind sie dann nur noch etwa 5 Grad Celsius warm. Und der Igelkörper funktioniert nur noch sehr langsam. Der Winterschlaf ist so etwas wie ein Energiesparmodus. Den Igeln genügt ihre Fettschicht, um nicht zu verhungern und den Körper 5 Grad warm zu halten.

Eichhörnchen fressen im Winter von ihren Vorräten. (Bild: Myriams-Fotos / pixabay.com / Public Domain)

Auch Eichhörnchen bereiten sich auf den Winter vor. Sie halten zwar keinen Winterschlaf, aber eine Winterruhe. Sie sammeln im Herbst Nüsse und Tannenzapfen und legen davon versteckte Vorräte an. Dann richten sie sich ein gut gepolstertes Nest in einem Baum ein und decken sich zusätzlich mit ihrem buschigen Schwanz zu. Anders als die Winterschläfer wachen Eichhörnchen ab und zu auf, um von ihren Vorräten zu fressen oder neue Nahrung zu suchen.

Immer mit der Ruhe!

Wildschweine hinterlassen auch im Winter ihre Spuren. (Bild: Juan R. Lascorz / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)

Viele andere Tiere bleiben aktiv im Winter, zum Beispiel Hirsche, Wildschweine, Rehe und Hasen. Doch auch sie sparen Energie und bewegen sich weniger. Das Herz schlägt langsamer, und sie fressen nur noch etwa die Hälfte! Sie müssen deshalb im Winter häufiger Ruhepausen einlegen.

Vielleicht brauchst auch Du im Winter etwas mehr Schlaf und Ruhe? Viele Menschen sind weniger aktiv als im Sommer und ziehen sich eher zurück. Und einige haben eher Appetit auf warme, reichhaltige Speisen, wie zum Beispiel Eintöpfe.

Unser Verhalten hängt übrigens nicht nur mit niedrigen Temperaturen zusammen, sondern auch einem Mangel an Tageslicht: Wenn wir wenig Licht bekommen, schütten wir mehr vom Schlafhormon Melatonin aus und fühlen uns müder als sonst.

Rücksicht auf Tiere im Winter

Tiere müssen im Winter mit ihrer Energie haushalten. Deshalb ist es besonders wichtig, sie nicht zu stören! Wenn zum Beispiel Wildtiere im Wald aufgescheucht werden, fliehen sie genauso wie im Sommer. Doch das ist für den Körper eine Höchstleistung und sehr anstrengend. Die Flucht schwächt die Tiere. Das macht sie anfälliger für Krankheiten, und sie müssen mehr Nahrung suchen, um die Anstrengung auszugleichen.

Nehmt daher im Winter besondere Rücksicht auf Wildtiere, auch auf rastende Vögel! Bleibt um Beispiel bei Spaziergängen in der Natur auf den Wegen, besonders, wenn ein Hund dabei ist. Auch Wintersportler sollten auf den vorgesehenen Pisten und Wegen bleiben.

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