07. Oktober 2015 Klimaschutz, Einkaufen & Leben

Nachhaltigkeit: Immer an die Zukunft denken!

Das Wort ist in den Medien immer wieder zu hören, denn es ist ein wichtiges Thema der Politik. Es gab schon mehrere Gipfeltreffen der Vereinten Nationen dazu. Aber was bedeutet es eigentlich? Und was heißt es für den Alltag?

Das Wort Nachhaltigkeit wurde vor 300 Jahren erfunden. Es beschreibt, wie Menschen mit den Wäldern umgehen sollten. Dabei gilt die Regel: Fälle nicht mehr Bäume, als nachwachsen. Diese Regel stammt von Forstleuten. Das sind Menschen, deren Beruf es ist, sich um den Wald zu kümmern.

Deutschland ohne Wald

Baumfällerillustration
Regel für nachhaltige Forstwirtschaft: Erhalte den Wald! Fälle nur so viele Bäume, wie nachwachsen können. Dann wirst Du auch in Zukunft Holz haben. (Bild: www.umwelt-im-unterricht.de. Diese Grafik steht unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 3.0)

Die Menschen haben sich Regeln für den Umgang mit dem Wald gegeben, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Im Mittelalter wurden in Europa so viele Bäume gefällt, dass kaum noch Wald übrig war. Das Holz wurde gebraucht, um Häuser zu bauen und um zu heizen. Außerdem wurden Wälder gerodet, um Platz für Felder und Viehweiden zu schaffen. Doch nach einer Weile wurde Holz knapp. Zwar wurde weiterhin viel davon gebraucht, aber leider wachsen Bäume nur sehr langsam nach. In der Zeit zwischen 1750 und 1850 war deswegen der Wald in Deutschland fast ganz verschwunden.

Dann jedoch wurden wieder viele Bäume gepflanzt. Und die Menschen begannen, besser darauf zu achten, dass sich die Wälder immer wieder erholen können.

Warum müssen wir die Schätze der Natur erhalten?

Schiff
Regel für nachhaltige Fischerei: Erhalte den Fischbestand! Fange nur so viele Fische, dass genügend kleine Fische heranwachsen können. Dann wirst Du auch in Zukunft Fisch essen können. (Bild: Redaktion ÖkoLeo, unter Verwendung folgender Bild: Fische von michimaya/flickr.com/CC BY 2.0, Kutter von zeesenboot/flickr.com/CC BY 2.0)

Nicht nur beim Wald müssen die Menschen aufpassen, dass er auf Dauer erhalten bleibt. Es gibt viele andere Schätze der Natur, die von den Menschen stark genutzt werden. Zum Beispiel Meeresfische. Viele Arten werden immer seltener, weil zu viel gefischt wird. An den Küsten der Europäischen Union gelten daher Regeln, wo wie viele Fische gefangen werden dürfen. Für bestimmte Arten gibt es Fangverbote, damit wieder kleine Fische heranwachsen können.

Braunkohlewerk
Regel für nachhaltigen Umgang mit Bodenschätzen, die nicht nachwachsen: Sei besonders sparsam! Denn die Vorräte sind begrenzt. Das Foto zeigt einen Braunkohletagebau. (Bild: Dagmar Lipper/www.wir-waren-so-frei.de/CC BY-NC-ND 3.0)

Es gibt auch Schätze der Natur, die nicht nachwachsen. Zum Beispiel Bodenschätze wie Kohle, Öl und Erdgas. Kohle ist vor vielen Millionen Jahren entstanden. Seit die Menschen angefangen haben, Fabriken zu betreiben, ist ein großer Teil aufgebraucht worden. Kohle wird heute vor allem gebraucht, um in Kraftwerken Strom zu erzeugen. Wie lange die Kohle noch reicht, ist bei Fachleuten umstritten. Klar ist aber, dass die Vorräte endlich sind. Bei Kohle, Öl und Erdgas gibt es noch ein Problem. Wenn sie verbrannt werden, gelangt mit den Abgasen viel Kohlenstoffdioxid (CO2) in die Atmosphäre. Das ist die Lufthülle, die unseren Planeten umgibt. CO2 ist ein sogenanntes Treibhausgas. Wenn zu viel davon in der Atmosphäre ist, wird es auf der Erde wärmer. Das kann zu gefährlichen Klimaveränderungen führen. Zum Beispiel zu mehr Stürmen, Überschwemmungen und Dürren. Auch die Atmosphäre ist ein Schatz der Natur, denn von ihr hängt das Klima auf der Erde ab. Damit der Klimawandel nicht zu stark wird, müssen die Menschen die Atmosphäre vor Treibhausgasen schützen.

Die Vereinten Nationen und der "Erdgipfel"

Satellitenbild der Erde
Regel für eine nachhaltige Entwicklung auf der Erde: Achte darauf, andere Menschen gerecht zu behandeln und die Umwelt zu erhalten. Dann werden auch in Zukunft die Menschen ein gutes Leben führen können. (Bild: NASA Goddard Space Flight Center/flickr.com/CC BY 2.0)

Heute gibt es sehr, sehr viele Menschen auf der Erde. Es sind rund sieben Milliarden. Sie verbrauchen insgesamt viel mehr von den Schätzen der Natur, als nachwächst. Eigentlich war schon im August das aufgebraucht, was der Menschheit im ganzen Jahr 2015 zur Verfügung stand. Das hat eine Initiative ausgerechnet, die sich für Nachhaltigkeit einsetzt.  Das Datum ist natürlich nur eine Schätzung, denn es ist nicht möglich, das für den ganzen Planeten ganz genau zu berechnen. Aber wenn man sich Beispiele wie den Fischfang oder den Verbrauch von Kohle anschaut, sind sich auch Fachleute einig: Die Menschen müssen hier etwas ändern. Die Staaten der Erde haben daher beschlossen, dass sie sich nachhaltig entwickeln wollen. Der Entschluss wurde 1992 bei einem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro getroffen. Es wurde als "Erdgipfel" bekannt , weil es um die nachhaltige Entwicklung der ganzen Welt ging. Mit "entwickeln" ist gemeint, dass die Lebensbedingungen der Menschen in aller Welt besser werden sollen. Damit sind vor allem die Menschen gemeint, die in Armut leben. Mit "nachhaltig" ist gemeint, dass dabei auf die Zukunft geachtet werden muss: Auch die nachfolgenden Generationen sollen gute Lebensbedingungen haben. Dazu gehört auch, dass sie ein Recht auf eine gesunde Umwelt haben. Nachhaltige Entwicklung ist also eine Art Regel dafür, wie Menschen handeln sollen. Sie müssen bei allem, was sie tun, auf die Folgen achten. Sowohl die Folgen für andere Menschen sind wichtig als auch die Folgen für Natur und Umwelt. Nachhaltig ist, was auch in Zukunft für Menschen und Umwelt verträglich ist. Nicht nachhaltig ist, was heute oder in Zukunft ungerecht für andere Menschen ist oder die Umwelt dauerhaft zerstört.

Was heißt nachhaltiges Handeln?

Windkraft
Regel für nachhaltige Energie: Vermeide es, Treibhausgase in die Luft zu pusten! Dann wirst Du auch in Zukunft ein gutes Klima auf der Erde haben. Das Foto zeigt eine Windenergieanlage, die mithilfe der Kraft des Windes Strom erzeugt. (Bild: HolgersFotografie/pixabay.com/CC0 Public Domain)

Wie nachhaltiges Handeln geht, ist oft gar nicht leicht zu entscheiden. Sogar kleine Entscheidungen im Alltag haben manchmal versteckte Folgen für die Umwelt. Und sie können Menschen am anderen Ende der Welt betreffen. Besonders viele versteckte Zusammenhänge gibt es beim Klimawandel. Treibhausgase gelangen zum Beispiel auch beim Autofahren in die Luft, denn dabei wird Benzin verbrannt. Wer das Auto fährt, merkt aber natürlich nicht sofort etwas vom Klimawandel! Die Erde erwärmt sich nur sehr, sehr langsam. Und die Folgen müssen nicht dort zu spüren sein, wo die meisten Treibhausgase entstehen. Sie können auch am anderen Ende der Welt auftreten.

Nachhaltigkeitssiegel
Regel für nachhaltiges Einkaufen: Informiere Dich, welche Produkte umweltfreundlich sind und wie die Menschen leben, die sie herstellen! (Bild: Ramona Kelle/oekoleo.de/CC BY 2.0)

Es ist auch nicht immer leicht, etwas zu verändern. Mehr Fahrrad, Bus und Bahn statt Auto zu fahren, gehört noch zu den einfacheren Möglichkeiten, nachhaltig zu handeln. Eine sehr große Aufgabe ist es dagegen, in einem ganzen Land bei der Stromerzeugung auf klimaschädliche Brennstoffe möglichst zu verzichten. Das soll in Deutschland passieren, so hat es der Bundestag im Jahr 2011 beschlossen! Stattdessen soll Strom aus Wind- und Wasserkraft und anderen sogenannten erneuerbaren Energien erzeugt werden. Dafür müssen unter anderem viele neue Windkraftanlagen gebaut werden sowie Photovoltaik-Anlagen, die Strom aus Sonnenlicht erzeugen. Der Umstieg auf erneuerbare Energien wird daher viele Jahrzehnte dauern.


Viele versteckte Folgen für Menschen und Umwelt kann ein Einkauf haben. Denn viele Waren in den Läden in Deutschland kommen aus anderen Ländern. In einem einfachen Schokoriegel können Zutaten von mehreren Kontinenten stecken. Zum Beispiel Kakao. Der wird zum Beispiel in Südamerika oder Westafrika angebaut. Auf den Plantagen dort sind die Arbeitsbedingungen oft sehr schlecht. Wenn Du beim Schokoladenkauf nachhaltig handeln willst, kannst Du zum Beispiel Produkte mit dem "Fairtrade"-Siegel kaufen. Denn dann ist sicher, dass die Menschen auf den Kakaoplantagen einen fairen Lohn erhalten. Auch andere Siegel helfen beim Einkauf. Sicher kennst Du zum Beispiel das Bio-Siegel für Lebensmittel. Es gibt auch ein spezielles für Fisch: das MSC-Siegel. Die Buchstaben stehen für Marine Stewardship Council. Das ist eine Organisation, die sich für nachhaltige Fischerei einsetzt. Sie vergibt das Siegel nur, wenn die Fischer nicht zu viele Fische einer Art fangen und darauf achten, die Fischbestände zu erhalten.