14. Mai 2019 Landwirtschaft & Garten

Gärtnern im Frühling

Pflanzen, Säen, Düngen, Unkraut bekämpfen – im Mai ist im Garten besonders viel zu tun. Und bei fast allen Tätigkeiten kannst du etwas für Natur und Umwelt tun.

Warum sind die "Eisheiligen" wichtig für den Garten?

Ab Mitte Mai gibt es in der Regel keinen Frost mehr, darum ist im Garten dann besonders viel zu tun. Viele Gärtnerinnen und Gärtner reden von den sogenannten Eisheiligen. Das sind die Namenstage von Heiligen der katholischen Kirche, sie liegen vom 11. bis 15. Mai.

Tatsächlich sind die Temperaturen in Deutschland ab Mai meistens so hoch, dass auch viele empfindliche Pflanzen im Freien ausgesät oder gepflanzt werden können.

Welche Pflanzen können ab Mai angepflanzt werden?

Gemüsepflanzen, die drinnen vorgezogen wurden, können nun nach draußen – in Beeten oder in Töpfen. Dazu gehören zum Beispiel Tomaten, Gurken oder Paprika. Auch für Kräuter aus dem Mittelmeerraum ist es warm genug, zum Beispiel Salbei, Rosmarin oder Lavendel.

Wenn du selbst keine Pflanzen vorgezogen hast, kannst du um diese Jahreszeit viele vorgezogene Pflanzen kaufen. Du bekommst sie in Gärtnereien und vielen Baumärkten, meistens aber auch auf dem Wochenmarkt.

Was kannst du im naturnahen Garten beachten?

Wenn du eine möglichst große Vielfalt heimischer Pflanzen anbaust, kannst du damit der Natur helfen. Zum Beispiel brauchen viele Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge möglichst das ganze Jahr über Blüten. Einige bienenfreundliche Pflanzen findest du hier.

Wer braucht tausend Tomatensorten?

Warum die Vielfalt wichtig ist

Besonders spannend ist es, Pflanzen anzubauen, die man nicht in jedem Supermarkt bekommt. Zum Beispiel seltene oder alte Tomatensorten. Einige kannst du hier anschauen. Du kannst bei Gärtnereien danach fragen. Es gibt auch Onlineshops, die sich auf seltene Sorten und Bio-Pflanzen spezialisiert haben.

Was kannst du im Mai aussäen?

viele große Tomaten der Sorte "Ochsenherz" aufeinander gelegt
Das ist die Tomatensorte "Ochsenherz". Die Früchte können riesig werden! (Bild: Hans / pixabay.com / Pixabay Lizenz)

Nicht nur vorgezogene Pflanzen können ins Beet. Viele Pflanzen kannst du nun auch aussäen. Zum Beispiel Möhren und Bohnen. Auch Sonnenblumen kannst du nun im Freien aussäen.

Was kannst du im naturnahen Garten beachten?

Viele Gärtnerinnen und Gärtner finden es wichtig, sogenanntes samenfestes Saatgut zu verwenden. Das bedeutet: Die Samen der angebauten Pflanzen bringen neue Pflanzen der gleichen Sorte hervor. Aus einem Tomatensamen kann man zum Beispiel eine Tomatenpflanze ziehen. Das ist eigentlich ganz natürlich.

Doch mit manchen Samen und Pflanzen, die man im Handel bekommt, ist das nicht so einfach. Einige keimen gar nicht. Bei manchen bringen die Samen Pflanzen mit anderen Eigenschaften hervor – es kann sein, dass die Pflanzen nicht mehr so viel Ertrag bringen.

Das kommt daher, dass viele Samen sogenannte F1-Samen oder Hybridsamen sind. Sie werden so gezüchtet, dass nur die erste Generation der daraus wachsenden Pflanzen bestimmte gewünschte Eigenschaften hat. Zum Beispiel, dass sie besonders große Früchte hervorbringen. Wer nochmal solche Pflanzen anbauen will, muss neuen Samen kaufen.

Unkraut entfernen

Im Mai wachsen alle Pflanzen besonders stark – nicht nur die, welche du pflanzt und säst. Auch wilde Pflanzen sprießen und können den Nutzpflanzen in deinen Beeten in die Quere kommen. Damit sich das "Unkraut" nicht zu stark ausbreitet, solltest du es möglichst frühzeitig stoppen.

Umweltschonend ist regelmäßiges Jäten. Das bedeutet, dass du Unkraut herausziehst. Dafür kannst du auch eine Hacke oder einen Unkrautstecher verwenden.

Zwar gibt es auch für private Gärten chemische Mittel gegen Unkraut zu kaufen. Aber auf sie solltest du verzichten. Denn diese Mittel wirken auch auf andere Tiere und Pflanzen, manche können auch das Grundwasser belasten.

Düngen

Biomüll auf dem Komposthaufen
Im Komposthaufen wird aus Abfällen fruchtbare Erde. (Bild: Ben_Kerckx / pixabay.com / Pixabay Lizenz)

Um gut zu wachsen, brauchen Pflanzen Nährstoffe. Viele Gemüsesorten brauchen besonders viel davon. Zwar verwenden mache Gärtnerinnen und Gärtner chemisch hergestellte Düngemittel. Aber es gibt auch natürliche Methoden, die besonders umweltverträglich sind.

Zum Beispiel kannst du mit Komposterde aus Garten- und Küchenabfällen für einen nährstoffreichen Boden sorgen. Wer keinen Komposthaufen hat, kann Bio-Pflanzerde zum Beispiel im Garten- oder Baumarkt kaufen.

Und wenn du im Garten Brennesseln entfernst, kannst du daraus selbst ein Düngemittel herstellen: Brennesseljauche. Dafür werden Brennesselblätter und -stängel über einige Zeit in Wasser eingelegt. Eine Anleitung gibt es zum Beispiel bei der Naturschutzorganisation NABU e.V.

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