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Was steht an?

Zecken: Sie kommen von oben

Die Zecken sind schon unterwegs. In einigen Regionen Deutschlands können sie zwei schwere Erkrankungen beim Menschen herbeiführen. Die Spinnentiere können auch von oben kommen.

Impfung gegen Zecken

Bild: www.zecken.de
Zecken können die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Dagegen gibt es eine Impfung.

Von oben? Inzwischen weiß doch jedes Kind, dass Zecken im Gras und Unterholz lauern und nicht von Bäumen herabfallen. Aber sie kommen trotzdem von oben: mit Vögeln. Diese kleinen Tierchen können zwei schwere Infektionskrankheiten übertragen: die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, und die Borreliose. FSME ist eine Infektion durch ein Virus, Borreliose wird durch Bakterien verursacht, die Borrelien heißen. Gegen das FSME-Virus gibt es Impfungen, gegen Borrelien nicht. Doch eine Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden.

Mit Hilfe ihrer Wirte, der Vögel, können sie größere Strecken zurücklegen und dabei die Krankheitserreger transportieren. Möglicherweise ist dies einer der Gründe, warum sich die Grenzen von FSME-Risikogebieten verändern. In einer aktuellen Studie hat der norwegische Forscher Gunnar Hasle von der Universität Oslo nachgewiesen, dass infizierte Zecken mit Hilfe von Vögeln an Orte gelangen können, wo sie eigentlich nicht heimisch sind.

Zecken befallen die Vögel, wenn diese am Boden nach Futter suchen. Auf diese Weise gelangen die Blutsauger in die Luft und können weite Distanzen und natürliche Barrieren, wie Gebirge oder Gewässer, überwinden. Die Vögel dienen Hasle gemäß als Transportmittel für die Zecken, um neue Gebiete zu besiedeln. Mit den Parasiten verbreiten sie auch Krankheitserreger.

Wie die Studie zeigt, können Vögel nicht nur zu Vehikeln für Krankheitserreger werden, indem sie infizierte Zecken transportieren. Die gefiederten Freunde können selbst infiziert werden und die Erreger an andere Blutsauger weitergeben, die bisher keimfrei waren. Auf diese Weise können sich Zeckenkrankheiten auch dort verbreiten, wo es vorher keine gab.

Ob sich eine fremde Zeckenart in einem Gebiet niederlassen kann, wo sie bisher nicht heimisch war, hängt vom Klima, der Vegetation und den dort ansässigen Wirtstieren ab. Außerdem brauchen die Parasiten eine ökologische Nische, in der sie sich frei von Konkurrenz vermehren können. Laut der Studie ist der Transport von Zecken und Krankheitserregern durch Vögel ein alltägliches Phänomen innerhalb von Europa.

Es gibt Mittel zu kaufen, die Zecken abschrecken, aber sie halten nicht lange vor und sind auch nicht hundertprozentig sicher. Wenn Du Dich in kurzen Hosen und Ärmeln im Garten oder in der Natur aufgehalten hast, solltest Du Dich danach sicherheitshalber nach Zecken absuchen.

Hat sich tatsächlich eine Zecke festgebissen, lässt Du sie, wenn möglich, am besten fachmännisch entfernen. In der Apotheke oder beim Arzt. Denn es besteht die Gefahr, dass die Zecke beim Entfernen gequetscht wird. Dann werden die Krankheitserreger erst recht aus der Zecke in den Körper gedrückt. Die Hautstelle, an der die Zecke entfernt wurde, solltest Du einige Wochen beobachten. Zeigt sie Veränderungen musst Du sofort einen Arzt aufsuchen.

Zecken.de, as

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